{"id":14969,"date":"2017-08-28T11:00:27","date_gmt":"2017-08-28T09:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=14969\/"},"modified":"2017-08-28T14:08:54","modified_gmt":"2017-08-28T12:08:54","slug":"trinidad-zigarren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/trinidad-zigarren\/","title":{"rendered":"Trinidad &#8211; Eine Marke im Aufschwung"},"content":{"rendered":"<p>Als ich neulich durch das Lager von Hunters &amp; Frankau schlenderte, fiel mir eine Zigarrenkiste besonders auf. Sie lag auf dem Kontrolltisch von Peter Thompson, der daf\u00fcr verantwortlich ist, den Inhalt jeder Kiste zu \u00fcberpr\u00fcfen, bevor diese mit dem EMS- (English Market Selection-) Stempel versehen wird.<\/p>\n<p>Es war eine kompakte SBN- (Semi Bo\u00eete Nature-) Kiste mit Klarlack\u00fcberzug und musste somit eine Trinidad sein. Aber etwas an ihrer Form kam mir ungewohnt vor. Thompson erkl\u00e4rte, dass es sich um eine neue Limited-Edition- Zigarre handelt. Ich bat ihn, die Kiste zu \u00f6ffnen, um einen Blick darauf werfen zu k\u00f6nnen. Er klappte den Deckel auf, nahm die papeletas (Informationsbl\u00e4tter) heraus und die erste Reihe Zigarren \u2013 sechs Trinidad Topes Edici\u00f3n Limitada 2016 \u2013 kam zum Vorschein. Sie waren in perfekt aufeinander abgestimmte, gl\u00e4nzende Maduro-Deckbl\u00e4tter gewickelt und eine wahre Augenweide. Ihre st\u00e4mmige Form (125 x 22,2 | 4 7\u20448 x 56) erinnerte mich an pr\u00e4zise gefertigte Zylinder.<\/p>\n<p>Wie regelm\u00e4\u00dfige Leser dieser Kolumne wissen, bin ich kein Fan, was den Trend zu Zigarren mit gro\u00dfen Ringma\u00dfen betrifft. Als ich erstmals vom Format der Topes h\u00f6rte, schrieb ich sie sogar als eine jener Zigarren ab, auf die ich gerne verzichten w\u00fcrde. Aber von Zeit zu Zeit habe ich eine lustige Erfahrung gemacht, wie etwa bei der Cohiba Sublimes Limited Edition im Jahr 2004. Auf dem Papier deuteten die Ma\u00dfe (164 x 21,4 | 61\u20442 x 54) darauf hin, dass es sich um ein h\u00e4ssliches Monster handelt, aber als ich die Zigarre dann sah, fand ich das Verh\u00e4ltnis von L\u00e4nge und Umfang attraktiv. Das war auch bei der Topes der Fall.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend ist es erstaunlich, wie sehr sich die Trinidad seit ihren Anf\u00e4ngen ver\u00e4ndert hat. Die Marke wurde vor 48 Jahren heimlich in der El Laguito-Fabrik ins Leben gerufen, wo sie ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Staatsrat von Kuba (und nicht f\u00fcr Fidel Castro, wie manche behaupten) hergestellt wurde. Die Zigarre war \u2013 wie die Cohiba Lancero \u2013 nur im langen, d\u00fcnnen Format Laguito No. 1 (192 x 15,1 | 71\u20442 x 38) erh\u00e4ltlich und zeichnete sich durch einen mit Partag\u00e1s vergleichbaren reichen, intensiven, erdigen Geschmack aus.<\/p>\n<p>Im Jahr 1992 enth\u00fcllte ein Journalist, der Kuba besuchte, die Existenz der Marke, und schon bald wurden die sogenannten Trinidad Diplomats bei Auktionen verkauft. Ich kann mich erinnern, dass 1997 in Genf eine Kiste mit 25 St\u00fcck f\u00fcr knapp 15.000 US-Dollar unter den Hammer kam. Angesichts dieses ph\u00e4nomenalen Ergebnisses beschloss Habanos S.A., Trinidad am Ende des 20. Jahrhunderts als eine der neuen Marken zu lancieren.\u2028 Unter der Leitung der damaligen Direktorin Emilia Tamayo wurde ein Team in El Laguito zusammengestellt, um das Format zu \u00fcberdenken und einen neuen Blend zu schaffen, da man den alten als zu stark empfand. Eine entscheidende Rolle im Team spielte Ra\u00fal Valladares, der als \u201eMaestro de Maestros\u201c (Meister aller Meister) unter Tabacubas Master Blendern galt.<\/p>\n<p>Es kam zu einer einzigartigen Partnerschaft zwischen Ra\u00fal und Ana Lopez, vormals Marketingleiterin von Habanos S.A., die eine mittelkr\u00e4ftige Zigarre mit vollem Aroma wollte. Das Resultat war unglaublich, wie ich im November 1997 herausfand, als ich mich \u00fcberreden lie\u00df, als Mitglied des Tasting- Komitees an der letzten Verkostung der neuen Fundadores, deren Ringma\u00df auf 40 erh\u00f6ht wurde, in El Laguito teilzunehmen. Thompson hatte es geschafft! Der scharfe Geschmack der Diplomats war verschwunden und anstelle dessen entfalteten sich herrliche, ansprechende, mittelstarke und vor allem duftende Aromen.<\/p>\n<p>Obwohl die Trinidad von Kennern sehr gesch\u00e4tzt wird, hatte sie aus irgendeinem Grund Probleme, ein breiteres Publikum anzusprechen. Ich glaube, ich wei\u00df warum. Jedes Mal wenn ich Trinidad bei einer Veranstaltung pr\u00e4sentiere, fragt jemand binnen weniger Sekunden: \u201eOh, rauchen wir heute keine kubanische Zigarre?\u201c Viele denken immer noch, dass sie von der Insel Trinidad stammt. Was ist schon eine Name, k\u00f6nnte man nun sagen. Aber w\u00fcrde ein schottischer Whisky-Produzent eine seiner Marken Honshu oder Hokkaido nennen?<\/p>\n<p>Die Namen der j\u00fcngsten Trinidad-Lancierungen sind ebenfalls etwas verwirrend. Vigia, ein weiteres hervorragendes, st\u00e4mmiges Format (110 x 21,4 | 43\u20448 x 54), bedeutet \u201eAusschau\u201c und bezieht sich auf einen Turm auf einer Zuckerplantage in der N\u00e4he der Stadt Trinidad, der einst diesem Zweck diente. Und wie viele Leute wissen schon, woher der Name Topes kommt? Auch hier kann ich helfen: Eingebettet im Escambray- Gebirge hinter Trinidad, 900 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel, liegt eine kleine Ansiedlung namens Topes de Collantes. Heute bildet sie das Zentrum eines Nationalparks mit Eukalyptus- und Kieferw\u00e4ldern, in denen eine artenreiche Flora zwischen eindrucksvollen B\u00e4chen, Wasserf\u00e4llen und tiefen T\u00fcmpeln gedeiht. Topes de Collantes hei\u00dft so viel wie \u201eGipfel der H\u00fcgel\u201c \u2013 vielleicht also ein Zeichen daf\u00fcr, dass Trinidad neue H\u00f6hen erklimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Die Marke Trinidad wurde vor 48 Jahren heimlich in der El Laguito-Fabrik ins Leben gerufen. Ihre neueste Zigarre ist die Edici\u00f3n Limitada 2016.<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":14971,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,4222,21,11,2813,1,16,39,2805],"tags":[3762,4144],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14969"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14969"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14969\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14971"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}