{"id":14627,"date":"2017-06-05T14:00:22","date_gmt":"2017-06-05T12:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=14627\/"},"modified":"2017-03-30T11:17:05","modified_gmt":"2017-03-30T09:17:05","slug":"darren-cioffi-der-weltrekordhalter-im-langsam-rauchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/darren-cioffi-der-weltrekordhalter-im-langsam-rauchen\/","title":{"rendered":"Darren Cioffi &#8211; Der Weltrekordhalter im langsam Rauchen"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend sich unser t\u00e4gliches Leben immer mehr auf der \u00dcberholspur abspielt, neigt Darren Cioffi dazu, den umgekehrten Weg zu gehen. Er ist Weltrekordhalter im langsamen Zigarrenrauchen. Beim Qualifikationsturnier f\u00fcr die Cigar Smoking World Championship (CSWC), das im Sommer in Paris stattfand, brauchte Darren zwei Stunden, 50 Minuten und neun Sekunden f\u00fcr eine Macanudo Inspirado Mareva (42 x 5 1\/8). Doch obwohl er den Weltrekord h\u00e4lt und 2014 World Champion wurde, trug beim CSWC-Finale im September 2016 der Schweizer Mirko Giotto den Sieg davon und Cioffi landete auf dem dritten Platz.<\/p>\n<p>Er meint, das Finale sei sehr stressig gewesen, die Zigarren \u00e4u\u00dferst dicht und er h\u00e4tte schon zehn Minuten nach Beginn gewusst, dass er wohl kaum gewinnen w\u00fcrde. Der entscheidende Faktor im Wettbewerb sei es, so Cioffi , aufmerksam zu sein. \u201eDarunter versteht jeder etwas anderes. Man kann einer Sache angemessene Aufmerksamkeit schenken und dabei eine gute Zeit haben oder die zwei, drei Stunden, die heutzutage notwendig sind, um zu gewinnen, auf eine Zigarre starren. Diese kann sich jeden Moment verabschieden, weshalb es wirklich absolute Konzentration erfordert, jede Sekunde aus ihr herauszuholen. Das macht viel Spa\u00df, ist zugleich aber auch die langweiligste Besch\u00e4ftigung der Welt.\u201c<\/p>\n<p>Obwohl Cioffi nach wie vor Weltrekordhalter ist, wird er in der kommenden Saison quasi in Teilzeit-Rente gehen und sich auf die F\u00f6rderung der Cigar Smoking World Championship konzentrieren, f\u00fcr die es Qualifikationsrunden in aller Welt gibt, vorwiegend in Europa, drei davon aber auch in den Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>\u201eWenn du Leuten zum ersten Mal von der CSWC erz\u00e4hlst, dann verstehen sie nicht wirklich, worum es geht. Aber sobald sie teilnehmen, sind sie Feuer und Flamme. Deshalb mag ich auch die Qualifikationsturniere, denn Ortsans\u00e4ssige machen einfach spa\u00dfhalber mit. Sobald sie ausgeschieden sind, reden sie sofort dar\u00fcber, was sie das n\u00e4chste Mal anders machen werden. Menschen wetteifern von Natur aus. Die CSWC ist insofern besonders, da sie das, was wir bereits so gerne mit anderen teilen, um einen noblen Wettkampfaspekt bereichert.\u201c<\/p>\n<p>Mit der F\u00f6rderung der CSWC verfolgt Cioffi allerdings zwei Ziele: Zum einen m\u00f6chte er mehr Menschen zur Teilnahme am Wettbewerb bewegen und zum anderen Aufmerksamkeit auf seine Marke Principle Cigars lenken.&nbsp;Das in Nashville ans\u00e4ssige Unternehmen Principle Cigars bedient vorwiegend den europ\u00e4ischen Markt, aber die Zigarren sind auch bei einigen ausgew\u00e4hlten H\u00e4ndlern in den USA, darunter Biggs in Chicago, erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Hinter den Zigarren steckt eine interessante Geschichte: An der Highschool entdeckte Cioffi sein Faible f\u00fcr antike Papiere und Dokumente, begann diese zu sammeln und zu verkaufen. Sein spezielles Augenmerk lag hier auf fr\u00fcher Zigarrenlabel-Kunst und Vintage-Zigarren. W\u00e4hrend seiner College- und Universit\u00e4tszeit reiste er um die Welt, um diese Kunstobjekte aufzusp\u00fcren, und rauchte jede ausgefallene Zigarre, die er finden konnte. 15 Jahre lang kreierte er Zigarren f\u00fcr sich selbst, Freunde und Familie, \u00fcberzeugt, dass er mit den Ergebnissen nicht gl\u00fccklich w\u00e4re, wenn er diese auf kommerzieller Basis produzieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Doch dann traf er 2013 Hendrik Kelner jr. \u2013 Sohn des bekannten Tabakgurus Henke Kelner, der durch Davidoff Ber\u00fchmtheit erlangte \u2013, der kurz davor seine eigene Fabrik [Kelner Boutique Factory (KBF)] in der Dominikanischen Republik er\u00f6ffnet hatte. Hendrik versicherte Cioffi, dass er die Qualit\u00e4t auch bei einem gr\u00f6\u00dferen Zigarrenvolumen beibehalten k\u00f6nne, selbst wenn er weiterhin nur eine kleine Auswahl von ganz speziellem Tabak verwendet. Principle Cigars war geboren.<\/p>\n<p>Der Firmenname stammt von Cioffi selbst, der sich als Mann mit Prinzipien bezeichnet. \u201eIch las irgendwann einmal ein Zitat, demzufolge die Intelligenten Pl\u00e4ne haben und die Weisen Prinzipien. Ich fand den Namen gro\u00dfartig, denn er ist rein und spiegelt meine Haltung zu allem, was ich tue, wider.\u201c Cioffi weist auch auf die fantastische Partnerschaft mit Kelner hin: \u201eHendrik arbeitet hart, und alles, was aus seiner kleinen Fabrik kommt, ist besonders. Er hat wesentlich dazu beigetragen, f\u00fcr uns einzigartigen, hervorragend gereiften Tabak zu finden. Er ist fast schon \u00fcbertrieben konservativ und das passt perfekt zu unseren winzigen Produktionsserien.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_14629\" style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Principle_Cigars.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14629\" class=\"wp-image-14629\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Principle_Cigars-500x296.jpg\" alt=\"Cigar Box\" width=\"420\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Principle_Cigars-500x296.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Principle_Cigars.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Principle_Cigars-600x355.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-14629\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Allen Clark<\/p>\n<\/div>\n<p>Cioffi informiert, dass die Aviator-Serie weiterhin produziert wird, aber durch den Einsatz von seltenem Tabak zwangsl\u00e4ufig limitiert ist. Dabei handelt es sich um die komplexesten und dynamischsten Blends von Principle Cigars. Die einzelnen Aviator-Vitolas \u00e4hneln einander zwar in Geist und Stil, weisen allerdings verschiedene Blends auf. Der Grund daf\u00fcr sei, so Cioffi , reine Logik: \u201eMan kann nicht einfach sagen, ich mag diese Robusto jetzt im Format 6 x 60, und davon ausgehen, dass es funktioniert. Sobald man das Verh\u00e4ltnis \u2013 von Einlage \u00fcber Umblatt zu Deckblatt \u2013 \u00e4ndert, muss man die Blends ohnehin justieren, besonders wenn so geschmacksintensive Tabake im Spiel sind. Ist es also nicht sinnvoller, f\u00fcr jede Vitola einen speziellen Blend zu entwickeln, der das gew\u00fcnschte Erlebnis zum Ausdruck bringt, als das Rezept einer anderen Zigarre anzupassen?\u201c<\/p>\n<p>Von jedem Zigarrenformat werden weniger als zehntausend St\u00fcck pro Jahr produziert. Die Envoi ist eine Robusto (5 x 50), die Vainqueur mit Ma\u00dfen von 6 1\u20442 x 56 das Flaggschiff der Linie und die Cochon Volant eine Figurado (5 x 65), die laut Cioffi einem \u201eFlying Pig\u201c gleicht, da sie eine \u00fcbertrieben konische Form und einen geschlossenen Fu\u00df hat. Dar\u00fcber hinaus gibt es noch eine weitere Aviator: die Grande Pyramide (7 1\u20442 x 60), mit USD 25,- (EUR 22,-) pro St\u00fcck die teuerste, aber zugleich auch sehr limitierte Zigarre der Linie. Sie besteht aus einem Blend von Tabaken aus f\u00fcnf L\u00e4ndern, pro Tag werden nur zehn St\u00fcck hergestellt. Diese rollt der Manager der Kelner Boutique Factory h\u00f6chstpers\u00f6nlich.<\/p>\n<p>Zudem hat Principle Cigars eine zweite, traditionellere Linie namens Accomplice, wo bei den einzelnen Vitolas der gleiche Blend zum Einsatz kommt. Innerhalb der Accomplice- Serie gibt es vier Formate, die jeweils mit wundersch\u00f6nen Satin-Ringen in verschiedenen Farben ausgestattet sind: violett steht f\u00fcr den Corojo-Blend, gr\u00fcn f\u00fcr Maduro, wei\u00df f\u00fcr Habano und blau f\u00fcr Connecticut.<\/p>\n<p>Was die Zukunft betrifft, konzentriert sich Cioffi auf langsames Wachstum. \u201eWir freuen uns sehr, bei J.J. Fox und Harrods im Vereinigten K\u00f6nigreich vertreten zu sein, die ein Synonym f\u00fcr Luxus in diesem Teil der Welt sind.\u201c Er schlie\u00dft nun internationale Partnerschaften mit \u00e4hnlichen H\u00e4ndlern und will den Fokus im n\u00e4chsten Jahr noch mehr auf den europ\u00e4ischen Markt richten. So stellte er k\u00fcrzlich in Dortmund die Frothy Monkey, geschaffen f\u00fcr die gleichnamige ber\u00fchmte Kaffeehauskette in Nashville, vor.&nbsp;Verwendet wird ein exklusives dominikanisches Cotui-Deckblatt, das der Zigarre ihren frischen Geschmack mit Zitrus- und Schokoladenoten verleiht.<\/p>\n<p>Das Frothy Monkey-Aush\u00e4ngeschild ist eine Zigarre im Format 5 x 40 mit einem Affenschwanz am Kopfende und kostet USD 5,- (EUR 4,50). Principle Cigars richtet den Blick aber auch auf Asien, wo das Unternehmen langsam seine Pr\u00e4senz in Indien, Singapur und anderen L\u00e4ndern ausbaut. Das sei, so Cioffi , \u201espannend, denn hier gibt es enorme Wachstumschancen in M\u00e4rkten, in denen Zigarrenraucher gerade erst beginnen, die au\u00dfergew\u00f6hnlichen nichtkubanischen Optionen, die ihnen zur Verf\u00fcgung stehen, sch\u00e4tzen zu lernen\u201c.<\/p>\n<p>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Winter-Ausgabe 2016 ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/winter-ausgabe-2016-themenuebersicht\/\"><strong>Mehr<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltrekordhalter im Zigarren langsam rauchen, teilt seine liebe zu diesem Sport und erz\u00e4hlt \u00fcber seine Zigarrenfirma Principle Cigars.<\/p>\n","protected":false},"author":36,"featured_media":14628,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,4158,21,13,1,39],"tags":[353,2380],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14627"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/36"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14627"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14627\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14628"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14627"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}