{"id":14263,"date":"2017-03-22T14:00:49","date_gmt":"2017-03-22T13:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=14263\/"},"modified":"2017-03-21T14:09:56","modified_gmt":"2017-03-21T13:09:56","slug":"interview-mit-robert-caldwell-fokus-auf-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/interview-mit-robert-caldwell-fokus-auf-europa\/","title":{"rendered":"Interview mit Robert Caldwell: Fokus auf Europa"},"content":{"rendered":"<p>Der Mann, der die Zigarrenindustrie aufr\u00fcttelte, hat nun beschlossen, sich auf subtiles, zeitgem\u00e4\u00dfes Marketing mit Fokus auf den europ\u00e4ischen Markt zu konzentrieren. Wir trafen ihn diesen Sommer in Frankreich, wo inzwischen drei seiner Produkte vertrieben werden: the King is Dead, Long Live the King und Eastern Standard.<\/p>\n<p><strong>Sie haben den Fokus auf Europa gerichtet. Welche Vorteile versprechen Sie sich davon?<\/strong><\/p>\n<p>ROBERT CALDWELL: Ich habe m\u00fctterlicherseits nordische Wurzeln. Das Logo meiner Marke Eastern Standard zeigt das Bild eines b\u00e4rtigen Mannes, f\u00fcr den ich einen Namen und eine Geschichte erfand: Hans Nielsen Lahkso aus Finnland, der, nachdem er Schiffbruch erleidet und andere Abenteuer erlebt, zuerst nach Kuba und dann in die Dominikanische Republik zieht. Au\u00dferdem denke ich mir, dass Konsumenten genug von enormen Gr\u00f6\u00dfen und \u00fcberw\u00e4ltigenden Blends haben. Meine Zigarren sind in bescheidenen Formaten erh\u00e4ltlich, und das steht im Einklang mit den europ\u00e4ischen Pr\u00e4ferenzen, besonders jenen in den nordischen L\u00e4ndern. Au\u00dferdem sind meine Zigarren nicht Teil des \u201eWaffen, Motorr\u00e4der und Tattoo\u201c-Stils. Mein Marketing ist subtiler und ich glaube, europ\u00e4ische Kunden finden es deshalb einfacher, unsere Zigarren zu sch\u00e4tzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Welche L\u00e4nder waren Ihre ersten Zielgruppen?<\/strong><\/p>\n<p>Zuerst kam Schweden und das ist noch gar nicht so lange her. Ich traf den schwedischen H\u00e4ndler letztes Jahr in Dortmund. Danach starteten wir dort den Vertrieb und mussten nach nur sechs Wochen aufstocken. D\u00e4nemark, Norwegen, Belgien, Luxemburg und die Schweiz folgten. Seit letzten Sommer vermarkten wir unsere Zigarren auch in Mazedonien, Bulgarien, Albanien, im Kosovo, Russland, der Ukraine und Rum\u00e4nien, und die Resonanz hat unsere Erwartungen bei weitem \u00fcbertroffen. Selbst ohne Ber\u00fccksichtigung von Deutschland, Frankreich und Spanien, wo wir eben erst begonnen haben, mache ich 20 Prozent meiner Ums\u00e4tze in Europa. Ich unternahm alles, was notwendig war, um die Dinge richtig anzugehen. Dieses Jahr bin ich bereits fast jeden Monat nach Europa gereist.<\/p>\n<p><strong>Fanden Ihre Blends in den USA ein \u00e4hnliches Echo?\u2028<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt ein paar kleine Unterschiede. Wenn man Eastern Standard, die leichteste meiner Zigarren, hernimmt, sind die in den USA verkauften Versionen mild bis mittelstark. Mit anderen Worten: eine Fr\u00fchst\u00fcckszigarre. In Norwegen gilt die gleiche Zigarre jedoch als ziemlich stark.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie immer schon in der Zigarrenindustrie gearbeitet?<\/strong><\/p>\n<p>Ich begann vor acht oder neun Jahren, als ich f\u00fcr ein Unternehmen arbeitete, das Zigarren an Restaurants, Bars und Hotels verkaufte. Manche der Kunden wollten exklusive Zigarren, und so wandte ich mich hinsichtlich der Schaffung von speziellen Blends an ein paar Produzenten. Allm\u00e4hlich lernte ich, einen Geschmack f\u00fcr alles zu entwickeln und den Markt im Auge zu behalten.<\/p>\n<p><strong>Und was haben Sie in Bezug auf die Zigarrenherstellung gelernt?\u2028<\/strong><\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig vom sozialen Status trinkt man in den USA heute Craft-Bier, kauft exquisite Schokolade und Kaffee, der in kleinen Mengen ger\u00f6stet wurde. Und diese Trends werden durch Mundpropaganda verbreitet: \u201eWenn Ihnen dieses Bier schmeckt, dann k\u00f6nnten Sie auch diese spezielle kleine Schokoladenmarke m\u00f6gen.\u201c Meine Idee war es, meine Zigarren nach dem selben Prinzip zu entwickeln, also etwas zu schaffen, das klassisch und zeitgen\u00f6ssisch zugleich ist und nicht mit gro\u00dfen Firmen oder ber\u00fchmten Familien in Verbindung steht. Ich glaube, dieser Ansatz ist subtiler als jeder andere, den es in den letzten 20 Jahren in der Branche gab.<br \/>\nWo werden Ihre Zigarren gemacht?<\/p>\n<p>In der Tabacalera Ventura in der Dominikanischen Republik. Die Familie Ventura arbeitet seit drei Jahrzehnten in der Zigarrenindustrie und Hausherr Willy Ventura war viele Jahre lang die rechte Hand von Zino Davidoff. Wir stellten sehr wohl ein Problem f\u00fcr sie dar: Sie produzierten etwa 300.000 Zigarren pro Jahr und wir bestellten 500.000 in den ersten sechs Monaten! Sie waren ein wenig unzeitgem\u00e4\u00df, aber heute, nach der Expansion, haben sie drei Mal so viel Platz und machen 600.000 Zigarren pro Jahr f\u00fcr uns.<\/p>\n<p><strong>Dies ist offensichtlich das erste Interview, das Sie einem Magazin gegeben haben (Anm: Sommer 2016). Kaum zu glauben!\u2028<\/strong><\/p>\n<p>Stimmt aber. In den USA gibt es so viele Magazine, so viele Blogger. Die amerikanische \u00d6ffentlichkeit kennt meine Produkte, zumindest zu einem gewissen Grad. Wieso sollte ich mir das also antun? \u201eRobert Caldwell war f\u00fcr eine Stellungnahme nicht erreichbar\u201c kann man auf vielen Websites lesen (lacht). Mit dem Cigar Journal sieht das anders aus. Ich wei\u00df ja, dass es in Europa nicht viele Zigarrenpublikationen gibt und Ihre hochangesehen ist. Somit war es mir eine Ehre, Ihre Fragen zu beantworten.<\/p>\n<p>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2016 ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/herbst-ausgabe-2016-nanny-state\/\"><strong>Mehr<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mann, der die Zigarrenindustrie aufr\u00fcttelte, hat nun beschlossen, sich auf subtiles, zeitgem\u00e4\u00dfes Marketing mit Fokus auf den europ\u00e4ischen Markt zu konzentrieren.<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":14264,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,21,13,1,39],"tags":[3961],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14263"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14263"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14263\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}