{"id":14256,"date":"2017-03-01T15:38:35","date_gmt":"2017-03-01T14:38:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=14256\/"},"modified":"2017-02-13T17:44:16","modified_gmt":"2017-02-13T16:44:16","slug":"leitfaden-zigarrenetuis-tubos-huelsen-metall-leder-carbon-holz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/leitfaden-zigarrenetuis-tubos-huelsen-metall-leder-carbon-holz\/","title":{"rendered":"Leitfaden zu Zigarrenetuis und H\u00fclsen: Metall, Leder, Carbon oder Holz?"},"content":{"rendered":"<p>Etuis und Hu\u0308lsen dienen dem ganz offensichtlichen Zweck, wenige Zigarren sicher im Gepa\u0308ck oder in der Kleidung zu transportieren. Etuis und Hu\u0308lsen bestehen aus Leder, Holz, Metall, Carbon, Kunststoff oder einer Kombination dieser Materialien. Folgende Beurteilungskriterien sollen zur richtigen Auswahl des passenden Etuis herangezogen werden:<br \/>\n\u2022 Schutz der Zigarre vor Bescha\u0308digung<br \/>\n\u2022 Schutz vor dem Austrocknen der Zigarre<br \/>\n\u2022 Eignung zum Transport unterschiedlicher Formate<br \/>\n\u2022 Wertanmutung und optisches Erscheinungsbild<br \/>\n\u2022 Komfort, Handling und Gebrauchswert<\/p>\n<p>Unabha\u0308ngig vom Material \u2013 Hu\u0308lsen bestehen aus zwei zusammensteckbaren Zylindern bzw. Doppel- oder Dreierzylindern, je nachdem ob ein, zwei oder drei Zigarren transportiert werden sollen. Sie bieten an sich einen hervorragenden Schutz vor Bescha\u0308digung und schu\u0308tzen die Zigarre ebenso gut vor Feuchtigkeitsverlust. In gro\u00dfe, starre Hu\u0308lsen kann man natu\u0308rlich auch kleinere Zigarren stecken, allerdings sollte man darauf achten, die Hu\u0308lse nicht fallen zu lassen, sonst kann die kleine Zigarre in der gro\u00dfen Hu\u0308lse auf das Brandende oder den Kopf sto\u00dfen, was mitunter zum Auf- platzen fu\u0308hren kann. Aus diesem Grund gibt es Hu\u0308lsen in unterschiedlichen La\u0308ngen. Fu\u0308r Einzelzigarren gibt es auch stufenlos verschiebbare Hu\u0308lsen, die der jeweiligen Zigarrenla\u0308nge angepasst werden ko\u0308nnen.<\/p>\n<h3>H\u00fclsen aus Metall<\/h3>\n<p>Neben billigen (aber praktikablen) Hu\u0308lsen aus Wei\u00dfblech gibt es natu\u0308rlich auch solche aus Edelmetall fu\u0308r mehrere hundert Euro. Letztere weisen lediglich eine ho\u0308here Wertigkeit auf, sind aber nicht besser oder schlechter fu\u0308r den eigentlichen Zweck geeignet. Das Handling ist unproblematisch. Man muss beim Einstecken der Zigarre nur darauf achten, nicht mit dem Deckblatt an den relativ scharfen Kanten der Hu\u0308lsenkante ha\u0308ngen zu bleiben. Das mag als Binsenweisheit gelten, aber \u2013 Hand aufs Herz \u2013 wem ist es nicht schon einmal passiert?<\/p>\n<p>Ist die Zigarre unbeschadet in der Hu\u0308lse gelandet wird es spannend, sie wieder herauszuziehen. Vor allem dann, wenn die Hu\u0308lse lang und die Zigarre kurz und dick ist. Wenn Sie die Zigarre zu tief in die Hu\u0308lse eingepresst haben, bieten Sie ein unvergleichliches Schauspiel am Tisch. Da wird dann geschu\u0308ttelt und geklopft, und nicht selten ist so manche Hu\u0308lse bei heftigen Schu\u0308ttelbewegung am Tisch des Nachbarn gelandet. Bei einem der vergangenen Habanos Festivals haben wir uns den Bauch gehalten vor Lachen, als uns ein leidgepru\u0308fter Hu\u0308lsenbenutzer erza\u0308hlte, wie er am Strand sa\u00df und verzweifelt versucht hat, seine zu dicke Zigarre aus der zu du\u0308nnen Hu\u0308lse zu klopfen. Einziger Ausweg: Hu\u0308lse in die pralle Sonne legen, die Zigarre etwas austrocknen lassen, damit sie ihren Durchmesser verliert, und dann aus der Hu\u0308lse schu\u0308tteln.<\/p>\n<div id=\"attachment_14250\" style=\"width: 780px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14250\" class=\"size-full wp-image-14250\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/metal-cigar-tubes.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"578\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/metal-cigar-tubes.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/metal-cigar-tubes-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/metal-cigar-tubes-600x450.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-14250\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Marc Andr\u00e9<\/p>\n<\/div>\n<h3>H\u00fclsen aus Holz<\/h3>\n<p>Derzeit nicht unbedingt im Trend, aber doch scho\u0308n anzusehen sind Hu\u0308lsen aus Holz. Meist wird Bruyere-Holz dafu\u0308r verwendet, aber auch gedrehte Hu\u0308lsen aus Wenge, Eiche, Mahagoni oder anderen Ho\u0308lzern sind im Handel erha\u0308ltlich. Da Holz Feuchtigkeit aufnimmt und die Holztuben innen nicht versiegelt sind, sollte man die Hu\u0308lsen im Humidor lagern. Ansonsten zieht das trockene Holz relativ schnell die Feuchtigkeit aus dem Deckblatt der Zigarre, es verliert an Elastizita\u0308t, schrumpft etwas zusammen und kann die Spannung der dicken Einlage der Zigarre nicht mehr halten. Ergebnis: Geplatztes Deckblatt.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund sollte ein Holzetui immer befeuchtet gelagert werden und niemals austrocknen (was auch dem Holz selbst nicht gut bekommt, da es rei\u00dfen kann). Da die Kanten eines Holzetuis nicht so scharf sind wie die eines Metalletuis besteht kaum Verletzungsgefahr fu\u0308r die Zigarre beim Einstecken in die Hu\u0308lse. Ansonsten gilt das gleiche wie fu\u0308r die Metallhu\u0308lsen.<\/p>\n<div id=\"attachment_14251\" style=\"width: 780px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14251\" class=\"size-full wp-image-14251\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/wooden-cigar-tube.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"578\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/wooden-cigar-tube.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/wooden-cigar-tube-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/wooden-cigar-tube-600x450.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-14251\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Marc Andr\u00e9<\/p>\n<\/div>\n<h3>H\u00fclsen und Etuis aus Leder<\/h3>\n<p>Ja \u2013 das ist Geschmacksache. Oder Geruchsache. Sehr hochwertig verarbeitetes Leder kann nahezu geruchfrei sein, meist kommen die Lederetuis aber aus Indien, Pakistan oder China und sind alles andere als geruchfrei. So lange eine Zigarre nur kurze Zeit in einem Lederetui liegt, ist das zu vernachla\u0308ssigen. Aber nach 1 bis 2 Tagen in einem Lederetui riecht die Zigarre oft nicht mehr nach Tabak, sondern nach Leder.<\/p>\n<p>Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Leder mo\u0308glichst gerucharm ist und lassen Sie sich das bei einer Bestellung im Internet vom Verka\u0308ufer besta\u0308tigen. Der Preis ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Es gibt unglaublich scho\u0308n verarbeitete und hochpreisige Lederetuis, die wie eine Gerberei stinken. Und es gibt gu\u0308nstige No-Name-Produkte, die nahezu geruchfrei sind. Hier hilft nur die Nase bzw. die Aussage eines vertrauenswu\u0308rdigen Verka\u0308ufers. Auch nimmt Leder relativ viel Feuchtigkeit auf, was zu einem schnelleren Austrocknen der Zigarre fu\u0308hren kann.<\/p>\n<p>Was fu\u0308r das Holzetui gilt \u2013 die Lagerung im Humidor \u2013, gilt keinesfalls fu\u0308r das Lederetui. Dieses wu\u0308rde bei der hohen Luftfeuchte im Humidor zu mu\u0308ffeln beginnen, und der Ledergeruch geho\u0308rt nun keinesfalls in den Humidor. Genau so wenig wie ein Glas Rum, ein Apfelschnitz oder ein Stu\u0308ck Kernseife. Manche Lederetuis sind innen mit Spanischem Zedernholz ausgekleidet. Das reduziert den Ledergeruch durchaus, allerdings sind diese Etuis dann so dick, dass man sie kaum mehr in die Jackentasche stecken kann, ohne dem Glo\u0308ckner von Notre Dame zu gleichen.<\/p>\n<h3>H\u00fclsen aus Carbon<\/h3>\n<p>Ich kann es mir nicht verkneifen, doch eine perso\u0308nliche Wertung abzugeben. Von allen am Markt erha\u0308ltlichen Etuis halte ich die aus Carbon fu\u0308r die erste Wahl. Perfekter Schutz der Zigarre vor Bescha\u0308digung und Austrocknen, variabel in der La\u0308nge, hochwertige Optik, extrem leicht und mit einer Wandsta\u0308rke von 1,5 mm so du\u0308nn, dass man es selbst in einer Hemdtasche problemlos transportieren kann.<\/p>\n<p>Einziger Nachteil: Die Auswahl erha\u0308ltlicher Etuis ist sehr u\u0308berschaubar. Der Grund: Die Herstellung ist teuer und aufwa\u0308ndig, da entsprechende Pressformen erforderlich sind und die Pressung und Trocknung der Polyester-Carbon-Verbindung im Autoklaven, einer Art Unterdruckbackofen, erfolgen muss. Daher mu\u0308ssen relativ gro\u00dfe Stu\u0308ckzahlen produziert werden, um den Preis nicht in astronomische Ho\u0308hen zu treiben. Diesen Aufwand betreiben nur wenige Hersteller. Doch die am Markt erha\u0308ltlichen Carbon-Etuis sind ausgezeichnete Lo\u0308sungen, da sie sa\u0308mtliche Vorteile in sich vereinen. Allenfalls die etwas technische Optik ist Geschmackssache.<\/p>\n<div id=\"attachment_14252\" style=\"width: 780px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14252\" class=\"size-full wp-image-14252\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/carbon-cigar-tube.jpg\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"577\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/carbon-cigar-tube.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/carbon-cigar-tube-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/carbon-cigar-tube-600x450.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-14252\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Marc Andr\u00e9<\/p>\n<\/div>\n<h3>H\u00fclsen mit Befeuchtungselement<\/h3>\n<p>Mitunter findet man Hu\u0308lsen oder Etuis mit einem eingebauten Befeuchtungssystem. In aller Regel handelt es sich dabei um ein Stu\u0308ckchen Schwamm oder Blumensteckschaumschwamm, das an einem Ende des Etuis sitzt und durch eine gelochte Platte von der Zigarre getrennt ist. Nun kann man es sich aussuchen, ob man ein matschiges Brandende oder einen butterweichen Zigarrenkopf haben mo\u0308chte \u2013 diese Konstruktion ist vo\u0308lliger Unsinn, da die Zigarre immer nur an einem Ende befeuchtet wird. Und das vo\u0308llig unkontrolliert. Lassen Sie die Finger von solchen Produkten.<\/p>\n<div id=\"attachment_14253\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/metal-cigar-tube-humidification.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-14253\" class=\"size-full wp-image-14253\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/metal-cigar-tube-humidification.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"436\"><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-14253\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Marc Andr\u00e9<\/p>\n<\/div>\n<p>Es gibt aber eine Ausnahme: Die Habanos S.A. hat eine Hu\u0308lse fu\u0308r Einzelzigarren mit unterschiedlichen Markenaufdrucken auf den Markt gebracht, deren Konstruktion wirklich pfiffig ist und mich als Humidorbauer begeistert (Foto rechts). Das Etui ist als Doppelzylinder aufgebaut. Das hei\u00dft, um die eigentliche Hu\u0308lse ist eine zweite Hu\u0308lse im Abstand von etwa 1,5 mm u\u0308bergeschoben. An einem Ende der Hu\u0308lse ist eine aufschraubbare Kappe. Dahinter sitzt ein langes Befeuchterschwa\u0308mmchen in einer zylindrischen O\u0308ffnung. Diese Innenhu\u0308lse hat seitlich kleine Lo\u0308cher, die Innenhu\u0308lse, wo sich die Zigarre befindet, hat ebenfalls kleinste Lo\u0308cher.<\/p>\n<p>Die Luftfeuchte kann durch den Raum zwischen den beiden Hu\u0308lsen an die Zigarre gelangen und verhindert so ein ungleichma\u0308\u00dfiges Befeuchten. Obwohl ich kein Freund der sogenannten Humidorflu\u0308ssigkeit (eine Mischung aus entmineralisiertem Wasser und Propylenglykol) bin, sollte der Schwamm in dieser Hu\u0308lse nur damit getra\u0308nkt werden. Wu\u0308rde man nur entmineralisertes Wasser verwenden, so ka\u0308me es auch hier zur U\u0308berfeuchtung. Die Frage, ob man in einer dicht schlie\u00dfenden Hu\u0308lse fu\u0308r eine Einzelzigarre wirklich ein Befeuchtungssystem beno\u0308tigt, ist eine andere. Das ist an sich ja nicht wirklich notwendig \u2013 aber die Art der Realisierung einer Befeuchtung in beengten Verha\u0308ltnissen finde ich recht gelungen.<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Winter-Ausgabe 2011 ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/winter-ausgabe-2011-die-ashton-story\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Humidorexperte Marc Andr\u00e9 erkl\u00e4rt die Eigenschaften von Zigarrenetuis und H\u00fclsen aus unterschiedlichen Materialien und bespricht die jeweiligen Vor- und Nachteile.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,21,1,39,2805,15],"tags":[169,166,2421,4153,4154],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14256"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14256\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}