{"id":14004,"date":"2017-02-27T14:00:23","date_gmt":"2017-02-27T13:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/?p=14004\/"},"modified":"2017-02-15T12:02:54","modified_gmt":"2017-02-15T11:02:54","slug":"interview-jose-orlando-padron","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/interview-jose-orlando-padron\/","title":{"rendered":"Jos\u00e9 Orlando Padr\u00f3n \u00fcber die Geschichte von Nicaragua&#8217;s Zigarrenindustrie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nur wenige Leute wissen, dass Sie der erste waren, der nicaraguanischen Tabak f\u00fcr Zigarren verwendete, die au\u00dferhalb des Landes hergestellt wurden.<\/strong><\/p>\n<p>JOS\u00c9 O. PADR\u00d3N: Ich sah Tabak aus Nicaragua zum ersten Mal im M\u00e4rz 1967, als Roberto Mart\u00ednez, ein Gesch\u00e4ftspartner des nicaraguanischen Pr\u00e4sidenten Anastasio Somoza, auf Besuch nach Miami kam. Ich rollte sofort eine Zigarre damit in seinem Hotelzimmer. Ihr Geschmack erinnerte mich an Tabak aus Kuba und war genau das, was ich f\u00fcr meinen eigenen Blend gesucht hatte.<\/p>\n<p>Am 18. Mai 1967 reiste ich erstmals nach Nicaragua. Man brachte mich per Flugzeug von Managua auf die Farm Intel\u00ed zu einem Treffen mit Pr\u00e4sident Somoza. Es waren rund 900 Ballen gelagert. Ich sagte dem Pr\u00e4sidenten, dass ich die H\u00e4lfte des Tabaks kaufen und nach Miami verschicken w\u00fcrde. Wir trafen die Vereinbarung, dass ich den Tabak in meiner Fabrik einsetzen und ihnen, basierend auf meinen ersten Erfahrungen, Feedback geben w\u00fcrde, das sie f\u00fcr den Bau einer Fabrik in Nicaragua verwenden k\u00f6nnen. Wir teilten das Rohmaterial und ich machte meine Vorschl\u00e4ge. Sie sahen, wie erfolgreich mein Blend in Miami war, und daraufhin wurde 1968 die Zigarrenfabrik Joya de Nicaragua von Pr\u00e4sident Somoza und Roberto Mart\u00ednez gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p><strong>Sie verlegten Ihre Produktion 1970 nach Estel\u00ed. Wie \u00fcberlebten Sie die sandinistische Revolution?<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1967, als mir Pr\u00e4sident Somoza und Roberto Mart\u00ednez Tabak verkauften, schlugen sie mir auch vor, an einem Gesch\u00e4ftsvorhaben teilzunehmen \u2013 der Er\u00f6ffnung einer neuen Zigarrenfabrik. Ich lehnte ab, weil ich mich stets an den Ratschlag meines Gro\u00dfvaters erinnerte, der meinte, man solle Gesch\u00e4ft und Politik nicht vermischen. Zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter erwies sich dies als eine sehr weise Entscheidung. W\u00e4hrend der sandinistischen Revolution konnte ich meine Fabrik in Estel\u00ed retten und ohne Unterbrechung weiterarbeiten. Alle anderen Fabriken in Estel\u00ed wurden damals entweder geschlossen oder den urspr\u00fcnglichen Besitzern entzogen. Mein Eigentum wurde von der sandinistischen Regierung respektiert.<\/p>\n<p><strong>Was waren die wichtigsten Eckpunkte, die die Marke Padr\u00f3n zu dem gemacht haben, was sie heute ist?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt drei Prinzipien, die ich in meinem Leben verfolge und meiner Familie gegen\u00fcber immer wieder betone. Erstens: Das Respektieren und Bewahren der Werte und Traditionen unseres Familiennamens. Zweitens: Dankbar sein \u2013 man darf nie jene vergessen, die helfen, wenn man Hilfe am meisten ben\u00f6tigt. Drittens: Bescheidenheit.<\/p>\n<p>Wir haben viele Herausforderungen und schwere Zeiten ertragen: den Brand unserer Fabrik in Estel\u00ed, Boykott gegen unsere Produkte in Miami, das Embargo, Krieg und Revolution, einen Entf\u00fchrungsversuch in Honduras und sogar Bomben in unserem Hauptsitz in Miami. Zwischen 1985 und 1990 waren wir mit dem US-Embargo gegen Nicaragua konfrontiert und mussten unsere Fabrik in Estel\u00ed schlie\u00dfen. Da wir nicht in der Lage waren, Rohmaterial aus Nicaragua zu beziehen, beschloss ich, die Produktion so sehr zu reduzieren, dass ich die Qualit\u00e4tsstandards, die ich f\u00fcr die Marke geschaffen hatte, aufrechterhalten konnte. Meine Produktion ging von 6 Millionen Zigarren im Jahr 1985 auf nur knapp \u00fcber eine Million im Jahr 1990 zur\u00fcck. Das hatte negative wirtschaftliche Auswirkungen auf das Unternehmen, doch die Kunden erkannten, dass die Qualit\u00e4t unseres Produkts wichtiger als alles andere war.\u2028 Innerhalb von 52 Jahren verzeichnete mein Unternehmen ein Wachstum von nur einem Zigarrenroller in Miami 1964 zu nunmehr \u00fcber 1000 Angestellten in Miami und Nicaragua. Wir haben uns stets auf den langfristigen Gewinn der Marke konzentriert und nie Kompromisse hinsichtlich der Grunds\u00e4tze gemacht, mit denen wir 1964 starteten.<\/p>\n<p><strong>Was waren Ihrer Ansicht nach die wichtigsten Zutaten f\u00fcr Ihren Erfolg?\u2028<\/strong><\/p>\n<p>Seit ich das Unternehmen vor 52 Jahren gr\u00fcndete, hat sich viel ereignet und ver\u00e4ndert, aber gewisse Dinge sind immer konstant geblieben: Mein Fokus und Engagement, nur Produkte h\u00f6chster Qualit\u00e4t zu erzeugen. Die Beteiligung meiner Familie und deren Verst\u00e4ndnis und Akzeptanz meiner Philosophie. Und: tolle Mitarbeiter, die verstehen, worum es in diesem Unternehmen geht und die Art von Produkten kennen, die wir herstellen m\u00f6chten.<\/p>\n<p><strong>Sie verlie\u00dfen Kuba im Jahr 1961, nachdem Ihre Tabakplantagen nationalisiert wurden. Was halten Sie davon, dass sich die USA und Kuba wieder n\u00e4herkommen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube, dieser Prozess geht in die richtige Richtung, wird aber viel Zeit brauchen. Ich sage das mit der Idee und dem Ziel, eines Tages die M\u00f6glichkeit zu haben, in mein Heimatland zur\u00fcckzukehren und die Arbeit, die meine Familie dort vor \u00fcber einem Jahrhundert begann, fortzusetzen. Mit einer Produktion in Nicaragua und auch in Kuba k\u00f6nnten wir Gro\u00dfes vollbringen. Davon bin ich \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2016 ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/sommer-ausgabe-2016-mexikos-casa-turrent\/\"><strong>Mehr<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich seines 90. Geburtstags am 10. Juni 2016, n\u00fctzten wir die Chance, mit der Zigarrenlegende Jos\u00e9 Orlando Padr\u00f3n zu sprechen.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":14001,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,3026,21,13,1,39],"tags":[1774,1147],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14004"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14004"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14004\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14001"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14004"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}