{"id":1337,"date":"2014-07-15T15:05:38","date_gmt":"2014-07-15T13:05:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=1337"},"modified":"2016-01-08T15:33:03","modified_gmt":"2016-01-08T14:33:03","slug":"daenemark-eine-tabaknation-im-hinterzimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/daenemark-eine-tabaknation-im-hinterzimmer\/","title":{"rendered":"D\u00e4nemark: Eine Tabaknation im Hinterzimmer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Da\u0308nemarks Geschichte bezu\u0308glich Tabak begann im Jahr 1665, als der da\u0308nische Monarch Frederik III. dem ersten Tabakspinner erlaubte, seine Arbeit aufzunehmen. Nur wenige Jahre spa\u0308ter brachte sich das Ko\u0308nigshaus selbst in den internationalen Tabakhandel ein, und das Gescha\u0308ft kam in Fahrt.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Zigarre selbst erfuhr jedoch erst mit dem napoleonischen Krieg ihre Einfu\u0308hrung in die da\u0308nische Gesellschaft. Auch im Ko\u0308nigshaus selbst fand sich mit Christian IX. ein Zigarrenliebhaber. Mit einer eigens nach ihm benannten Zigarre zog die da\u0308nische Zigarrenkunst in viele europa\u0308ische Adelsha\u0308user ein.<\/p>\n<p>Die Industrialisierung der Branche in den 1920ern bedeutete fu\u0308r viele der 1200 da\u0308nischen Tabakfabriken das Aus. Die Zahl der hergestellten Zigarren stieg dagegen immer weiter an, bis sie in den 1960ern mit 1,1 Millionen inla\u0308ndisch konsumierten Zigarren ihren absoluten Ho\u0308hepunkt erreichte.<\/p>\n<p>Heute ist von dieser beeindruckenden Geschichte kaum mehr etwas u\u0308brig. Aus dem Zusammenschluss der gro\u0308\u00dften Fabriken ging die Scandinavian Tobacco Group hervor, die noch heute den da\u0308nischen Markt mit Zigarren versorgt. Die Zigarrenraucher selbst sind beinahe vollsta\u0308ndig aus der da\u0308nischen Gesellschaft verschwunden \u2013 nur wenige hundert haben sich im ganzen Land gehalten.<\/p>\n<p>Die Szene ist klein und man kennt sich. In Kopenhagen triff man sich regelma\u0308\u00dfig im Hinterzimmer des Bierlokals Vinstue 90, dessen Wa\u0308nde von Plaketten alter da\u0308nischer Marken gesa\u0308umt sind und wo eine alte Belu\u0308ftungsanlage gegen die Rauchschwaden anka\u0308mpft. Abseits der privaten Lounges von Splendid Cigars und Davidoff \u2013 My Own Blend sind Orte, die Zigarrengenie\u00dfer willkommen hei\u00dfen, rar.<\/p>\n<p>Noch schwieriger gestaltet sich die Suche nach Zigarrenfachha\u0308ndlern. Abseits der da\u0308nischen Hauptstadt sind Zigarren nur in geringer Auswahl erha\u0308ltlich und oft nur mangelhaft gelagert. Selbst in Kopenhagen ist die Rauchwarenbeschaffung nicht so einfach, wie man meinen sollte.<\/p>\n<p>Unweit des Rathausplatzes, in der lebendigen, von historischen Bauten gesa\u0308umten Einkaufsstra\u00dfe Str\u00f8get, findet sich The Danish Pipe Shop \u2013 eines von nur zwei Fachgescha\u0308ften Kopenhagens, in denen Zigarrenliebhaber fu\u0308ndig werden. Der Pfeifenfachha\u0308ndler verzeichnet trotz der bescheidenen Ladengro\u0308\u00dfe einen beachtlichen Umsatz der beru\u0308hmten da\u0308nischen Handwerksstu\u0308cke. Beinahe minu\u0308tlich stro\u0308men Kunden in den Laden. Viele, jedoch nicht alle davon lassen den eckseitig platzierten Humidorschrank unbeachtet. \u201eDas Zigarrengescha\u0308ft ist langsam im Aufschwung\u201c, freut sich Charlotte Frantzdatter, die die Zigarrenverka\u0308ufe des Pfeifengescha\u0308fts betreut. Vor allem junge Menschen ka\u0308men immer ha\u0308ufiger, um Zigarren fu\u0308r das Wochenende zu kaufen. Aufgrund der Platzprobleme sei es jedoch schwierig, mehr Auswahl anzubieten.<\/p>\n<h4>Von STG in der Dom. Rep. ausgebildet, ist Niels Nielsen der wohl einzige verbliebene Roller D\u00e4nemarks.<\/h4>\n<p>In einem ruhigeren Teil der Altstadt Kopenhagens befindet sich das mit Abstand gro\u0308\u00dfte Fachgescha\u0308ft des Landes. Davidoff \u2013 My Own Blend ist Treffpunkt und Anlaufstelle der gesamten da\u0308nischen Zigarrencommunity. Obwohl etwa die Ha\u0308lfte der Einnahmen mit Pfeifen und Pfeifentabak umgesetzt wird, zeichnet der Laden fu\u0308r drei\u00dfig Prozent der Zigarrenverka\u0308ufe des gesamten Landes verantwortlich. <strong>Ulrik Hansen<\/strong>, Gescha\u0308ftsfu\u0308hrer der STG-Tochter besta\u0308tigt einen Aufschwung in der Ka\u0308uferschicht der 20- bis 30-Ja\u0308hrigen: \u201eIn dieser Altersgruppe steigt das Interesse an den feineren Dingen des Lebens.\u201c Als reine Modeerscheinung scha\u0308tzt er diese Entwicklung jedoch nicht ein. Etwa 20% seiner Kunden seien mittlerweile junge Da\u0308nen.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen sind Da\u0308nen neuen Zigarren gegenu\u0308ber sehr aufgeschlossen. Nur etwas mehr als ein Drittel der gerauchten Zigarren sind Kubaner, weitere drei\u00dfig Prozent machen Oettinger Davidoff-Marken aus. Der kleine Markt bietet eine niedrige Hemmschwelle fu\u0308r neue Marken: Viele da\u0308nische Raucher wenden sich neugierig an ausla\u0308ndische Onlineha\u0308ndler, um nicht Erha\u0308ltliches zu beziehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1341\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/niels-nielsen-stg-roller.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1341\" class=\"size-medium wp-image-1341\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/niels-nielsen-stg-roller-500x375.jpg\" alt=\"niels nielsen stg roller\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/niels-nielsen-stg-roller-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/niels-nielsen-stg-roller-770x577.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/niels-nielsen-stg-roller.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-1341\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Irene Rittler<\/p>\n<\/div>\n<p>Diese Flexibilita\u0308t der Da\u0308nen macht sich Jesper Petersen zunutze: Mit Splendid Cigars importiert er Marken wie Rocky Patel und Padro\u0301n fu\u0308r den Mikromarkt. Naturgema\u0308\u00df ist es ihm ein wichtiges Anliegen, der Zigarre in der da\u0308nischen Gesellschaft zu neuem Aufschwung zu verhelfen. Selbst aus der Gastronomie kommend, sorgt er heute perso\u0308nlich fu\u0308r die ada\u0308quate Wartung der wenigen Humidore in Kopenhagens Bars und versucht weitere Lokale fu\u0308r die Etablierung neuer Humidore zu gewinnen.<\/p>\n<p>Auch das Image des Zigarrenrauchers bedarf einer U\u0308berarbeitung: denn abseits des allgemein anerkannten, in Da\u0308nemark traditionellen Neujahrssmokes, der in vielen Landesteilen etwa die Ha\u0308lfte des gesamten Jahresumsatzes ausmacht, sto\u00dfen Zigarren oft nur auf wenig Sympathie und Gegenliebe. Wichtig sei es vor allem, u\u0308ber Zigarren aufzukla\u0308ren und einen Zugang zu schaffen, so Petersen. In Zusammenarbeit mit Medien versucht er Zigarren wieder mehr in den Blickwinkel der da\u0308nischen Gesellschaft zu bringen. Einen Mitstreiter findet der Importeur dabei im da\u0308nischen Zigarrenhersteller Jan Vistisen. Dessen neu initiierter Verein Copenhagen BigSmoke setzt sich zum Ziel, die Zigarrenszene neu zu beleben.<\/p>\n<p>Die Anzeichen einer Trendwende sind da. Mit den erst ku\u0308rzlich ero\u0308ffneten, nur wenige Schritte von einander am malerischen Gra\u0308br\u00f8dretorv-Platz gelegenen Cocktailbars The Jane und Str\u00f8m setzen schwedische Barkeeper neue Impulse fu\u0308r die junge Szene des Landes. Im an die Speakeasy-Kultur angelehnten Ambiente gibt es neben regelma\u0308\u00dfigen Zigarrenabenden auch einen eigenen Humidor. In London kamen die Nielsen-Bru\u0308der, Besitzer der Str\u00f8m Bar, zum ersten Mal mit der Zigarrenszene in Beru\u0308hrung. Nun laden sie Da\u0308nemarks neue Generation zum Experimentieren und Genie\u00dfen ein. Tatsa\u0308chlich finden sich vereinzelt junge, Zigarre rauchende Da\u0308nen \u2013 ein Vorbote dafu\u0308r, dass die da\u0308nische Zigarrenkultur langsam wieder an Aufwind gewinnt.<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Cigar Shops<\/h3>\n<p><strong>Davidoff \u2013 My Own Blend (Paul Olsen)<\/strong><br \/>\nSilkegade 23<br \/>\n1113 K\u00f8benhavn<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.paul-olsen.dk\" target=\"_blank\">www.paul-olsen.dk<\/a><\/p>\n<p><strong>The Danish Pipe Shop<\/strong><br \/>\nFrederiksberggade 36<br \/>\n1459 K\u00f8benhavn K<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.danishpipeshop.dk\" target=\"_blank\">www.danishpipeshop.dk<\/a><\/p><\/blockquote>\n<blockquote>\n<h3>Smoking Places<\/h3>\n<p><strong>Davidoff \u2013 My Own Blend (Paul Olsen)<\/strong><br \/>\nPrivate Lounge Silkegade 23<br \/>\n1113 K\u00f8benhavn<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.paul-olsen.dk\" target=\"_blank\"> www.paul-olsen.dk<\/a><\/p>\n<p><strong>Splendid Cigars<\/strong><br \/>\nPrivate Lounge (bis 12 Personen)<br \/>\nFrederiksberg Alle\u0301 11<br \/>\n1621 K\u00f8benhavn<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.splendidcigars.com\" target=\"_blank\"> www.splendidcigars.com<\/a><\/p>\n<p><strong>Str\u00f8m Cocktail Bar<\/strong><br \/>\nNiels Hemmingsensgade 32<br \/>\nGra\u030abr\u00f8dre Torv<br \/>\n1153 K\u00f8benhavn<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.strombar.dk\" target=\"_blank\">www.strombar.dk<\/a><\/p>\n<p><strong>The Jane<\/strong><br \/>\nCocktail Bar &amp; Nightclub Gra\u030abr\u00f8dretorv 8<br \/>\n1154 K\u00f8benhavn<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.thejane.dk\" target=\"_blank\">www.thejane.dk<\/a><\/p>\n<p><strong>Vinstue 90<\/strong><br \/>\nWine &amp; Beer Bar Gammel Kongevej 90<br \/>\n1850 K\u00f8benhavn<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vinstue90.dk\" target=\"_blank\">www.vinstue90.dk<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2014 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Sommer-Ausgabe 2014 \u2013 Drew Estate\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/sommer-ausgabe-2014-drew-estate\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Szene ist klein und man kennt sich, dennoch sind Anzeichen einer Trendwende da. 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