{"id":12251,"date":"2016-08-18T09:01:40","date_gmt":"2016-08-18T07:01:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/?p=12251"},"modified":"2016-08-17T19:05:47","modified_gmt":"2016-08-17T17:05:47","slug":"lorsch-tauscht-sich-mit-kuba-ueber-den-regionalen-tabakanbau-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/lorsch-tauscht-sich-mit-kuba-ueber-den-regionalen-tabakanbau-aus\/","title":{"rendered":"Lorsch tauscht sich mit Kuba \u00fcber den regionalen Tabakanbau aus"},"content":{"rendered":"<p>Direktor L\u00e1zaro Allen vom kubanischen Kulturministerium machte vier Tage lang Station in der Stadt Lorsch, die sich das Thema Tabak auf die Fahnen geschrieben hat. \u201eEs geht um die W\u00fcrdigung einer \u00fcber 300j\u00e4hrigen gro\u00dfen Tradition\u201c, so Kulturamtsleiterin Gabi Dewald. \u201eTabakanbau ist, gerade soziokulturell, eine ungeheuer pr\u00e4gende T\u00e4tigkeit, daneben sicherlich das wichtigstes Kapitel der hiesigen Unternehmensgeschichte.\u201c Doch wie sichert man eine solche Tradition in Zeiten, da \u2013 wie fast \u00fcberall in Deutschland &#8211; sowohl der Tabakanbau als auch die Tabakverarbeitung (in Lorsch wurden Zigarren gerollt) erloschen, ja geradezu verfemt ist?<\/p>\n<p>Dewald war deshalb in diesem Fr\u00fchjahr zum Festival de Habanos, dem weltgr\u00f6\u00dften Zigarren-Event, nach Havanna gereist und hatte dort unter anderem den Vertreter des kubanischen Kulturministeriums kennengelernt. L\u00e1zaro Allen erwiderte jetzt diesen Besuch, denn gemeinsam, m\u00f6chte man einiges auf den Weg bringen. \u201eWir denken an ein transnationales, kulturanthropologisches Austauschprojekt, das die vergleichende wissenschaftliche Untersuchung des Tabakanbaus und der Tabakverarbeitung zum Thema haben soll. Darin sollen die unterschiedlichsten Einfl\u00fcsse der Tabakkultur auf die sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, architektonischen Gegebenheiten der Gemeinschaften festgehalten werden, die durch Anbau und Verwertung dieses sehr besonderen landwirtschaftlichen Produktes gepr\u00e4gt waren\u201c, so Dewald \u00fcbereinstimmend mit dem kubanischen Gast.<\/p>\n<p>Nach ihren Erkundigungen gibt es bis heute keine internationale Untersuchung, die sich dieses Themas widmen. Dabei ist die Tabakkultur zweifellos eine der agrarischen und handwerklichen Kulturtechniken, die einen au\u00dferordentlichen Einfluss auf die Menschen haben, die sich damit befassen. Zwar ist Tabak eher anspruchslos was die Bodenbeschaffenheit betrifft. Doch kein landwirtschaftliches Produkt ist vergleichbar anspruchsvoll, was die h\u00e4ndische Pflege angeht. \u201eUnd alle diese Arbeiten k\u00f6nnen nur in Gemeinschaft verrichtet werden, weshalb hier sicherlich pr\u00e4gende Einfl\u00fcsse auf die Mentalit\u00e4t und die sozialen Strukturen der Menschen zu bemerken sind\u201c, glauben Dewald und Allen. \u201eAu\u00dferdem ist nat\u00fcrlich der Stolz auf das Produkt ein enorm wichtiger Faktor, das ja das Vielfache anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse bringt und die daraus resultierende Prosperit\u00e4t der Leute und damit ihrer Region.\u201c<\/p>\n<p>Ein Austausch zwischen dem Tabakmuseum Lorsch und dem Museo Tabaco Habana und zwischen Lorsch und der \u201eTabakhauptstadt\u201c Pinar del Rio in Kuba sind weitere Projekte, die man er\u00f6rterte. Neben dem B\u00fcrgermeister der Stadt, Christian Sch\u00f6nung, war auch der Landrat des Kreises Bergstra\u00dfe, Christian Engelhardt sowie als Vertreter der Metropolregion deren Kulturb\u00fcro-Leiter Thomas Kraus zu einem Arbeitsessen mit dem kubanischen Ministeriumsvertreter gekommen. Denn der Tabakanbau war in der gesamten Region des heutigen S\u00fcdhessens, der Pfalz und dem n\u00f6rdlichen Baden-W\u00fcrttemberg ein wichtiger Erwerbszweig. In der Metropolregion Rhein-Neckar ist es immerhin auch, wo nachweislich der erste Tabak im heutigen Deutschland angebaut wurde. \u201eWir erarbeiten deshalb im Augenblick einen nationalen Antrag zur Anerkennung der Tabakkultur als Immaterielles Welterbe der UNESCO\u201c, so Landrat Engelhardt. Ob und wie man das auch auf internationaler Ebene versuchen k\u00f6nnte, ist ebenfalls eine Frage, der man nun in Deutschland wie in Kuba konkret nachgehen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>\u201eWer nur noch Sucht denkt, wenn er Tabak h\u00f6rt, wei\u00df nichts davon, sich mit der Pflege und Verarbeitung dieser Ausnahmepflanze zu befassen. Doch genau darum geht es uns\u201c, so Dewald, die unter anderem ein B\u00fcrgerprojekt in Sachen Tabakanbau ins Leben rief und dort auch regelm\u00e4\u00dfig auf dem Acker steht. Neben einem Besuch beim Generalimporteur kubanischer Zigarren f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und Polen, der Firma 5th Avenue Products von Henrich Villiger, gab es deshalb am Abschiedsabend einen weiteren H\u00f6hepunkt. Die Lorscher Tabakbauern trafen sich mit L\u00e1zaro Allen zur geselligen Runde. \u201eTotal freundliche Leute, offen und interessiert\u201c, war der Kubaner sichtlich beeindruckt. Und ein weiteres Projekt wurde gleich noch geboren: Die Lorscher Tabakbauern planen jetzt eine Arbeits-Reise auf die Felder von Pinar del Rio. \u201eDas w\u00e4re die Kr\u00f6nung, dort einmal mitzuarbeiten, mit den Leuten dort Tabak zu ernten!\u201c ist man sich einig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Direktor L\u00e1zaro Allen vom kubanischen Kulturministerium machte vier Tage lang Station in der Stadt Lorsch, die sich das Thema Tabak auf die Fahnen geschrieben hat.<\/p>\n","protected":false},"author":28,"featured_media":12253,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[40,2797,39,2809],"tags":[2833,88,2831,2832],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12251"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/28"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12251"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12251\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12253"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}