{"id":1070,"date":"2014-09-15T15:05:40","date_gmt":"2014-09-15T13:05:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=1070"},"modified":"2015-05-04T21:24:45","modified_gmt":"2015-05-04T19:24:45","slug":"el-panteon-die-ehemalige-manufaktur-la-corona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/el-panteon-die-ehemalige-manufaktur-la-corona\/","title":{"rendered":"El Panteo\u0301n: die ehemalige Manufaktur La Corona"},"content":{"rendered":"<p>Die Manufaktur La Corona wurde im Jahr 1904 fertiggestellt und befindet sich auf der Calle Zulueta (oder auch Agramonete) No.106. Sie steht in direkter Nachbarschaft des ehemaligen Pr\u00e4sidentenpalastes, in dem sich heute das Museo de la Revolucio\u0301n befindet. Dieses sollte man als Kuba-Tourist u\u0308brigens unbedingt einmal besucht haben. Die ehemalige Manufaktur ist auch vom Capitol oder von der Altstadt nicht weit entfernt und zu Fu\u00df bequem in wenigen Minuten zu erreichen.<\/p>\n<h4>Die S\u00e4ulen wurden schon vor Jahren provisorisch gest\u00fctzt<\/h4>\n<p>Das Geba\u0308ude ist in seinen Ausma\u00dfen gigantisch, es umfasst einen gesamten Block. Ehemals verlief an dieser Stelle die gewaltige Stadtmauer Havannas, undurchdringlich in diesem Abschnitt; die na\u0308chsten Stadttore waren ein ganzes Stu\u0308ck entfernt. Als Mitte\/Ende des 19. Jahrhunderts die Stadtmauer geschleift wurde, war Bauland recht gro\u00dfzu\u0308gig vorhanden. In diesem Zusammenhang wird einem die Bedeutung der Zigarrenindustrie in dieser Zeit deutlich bewusst : man errichtete den Pra\u0308sidentenpalast und das Capitol. Der Palast, ein ungemein beeindruckendes und reich verziertes Geba\u0308ude; das Capitol, eine originalgetreue Kopie des Wei\u00dfen Hauses in Washington. Und direkt daneben eine Zigarrenmanufaktur, auch Eisenpalast genannt. Eine Zigarrenmanufaktur, auf Augenho\u0308he mit dem Parlament und dem Pra\u0308sidenten, in ihrer Pra\u0308senz diesen anderen Bauten nur wenig nachstehend!<\/p>\n<h3>Die Marke La Corona<\/h3>\n<p>Die von der American Tobacco Company errichtete Manufaktur erhielt den Namen La Corona, benannt nach der gleichnamigen Marke. Und das kam nicht von ungefa\u0308hr. Die Marke La Corona geho\u0308rte einstmals zu den bedeutendsten Habanos-Marken u\u0308berhaupt. Im Jahre 1845 wurde sie von Jose\u0301 de Cabargas offiziell registriert. Um 1880 u\u0308bergab Jose\u0301 Cabargas die Marke an Antonio Cabargas. Dieser aber konnte das Gescha\u0308ft nicht erfolgreich weiterfu\u0308hren.<\/p>\n<div id=\"attachment_1073\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/el-panteon-la-corona-factory-columns.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1073\" class=\"size-medium wp-image-1073\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/el-panteon-la-corona-factory-columns-500x666.jpg\" alt=\"el panteon la corona factory columns\" width=\"260\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/el-panteon-la-corona-factory-columns-500x666.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/el-panteon-la-corona-factory-columns.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-1073\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Claudia Puszkar<\/p>\n<\/div>\n<p>Sicher spielten auch die schwierigen Umsta\u0308nde wa\u0308hrend des damals tobenden Unabha\u0308ngigkeitskrieges eine Rolle. Antonio Cabargas jedenfalls verkaufte zuna\u0308chst an Manuel Lopez, eine schillernde Perso\u0308nlichkeit im Zigarrengescha\u0308ft. Schon kurze Zeit spa\u0308ter aber kaufte Segundo Alvarez die Marke. Der wiederum war gemeinsam mit Gustav Bock der Mann in Havanna, wenn es um Investitionen in der Zigarrenindustrie ging. Segundo Alvarez ging au\u00dferdem eine Partnerschaft mit Perfecto Lopez Fernandez ein.<\/p>\n<p>1889 u\u0308bernahmen offiziell britische Investoren die Eigentu\u0308merschaft, allerdings unter Leitung von Segundo Alvarez. In den spa\u0308ten 1890er-Jahren ging der Besitz dann in die Hand der American Tobacco Company u\u0308ber. Diese hatte neben La Corona eine ganze Reihe weiterer Marken aufgekauft. Die American Tobacco Company lie\u00df dann Anfang des 20. Jahrhunderts eben jenen (wegen seiner Stahlkonstruktion als Eisenpalast bekannten) Bau errichten. Dieses Geba\u0308ude war die erste Stahlkonstruktion auf der Insel u\u0308berhaupt.<\/p>\n<p>Viele verschiedene Marken wurden hier gefertigt. In einem Verzeichnis von 1940 fu\u0308hrt die American Tobacco Company, dann unter dem Namen Tabacalera Cubana, insgesamt 91 Marken. Neben La Corona za\u0308hlten dazu Villar y Villar, Bock &amp; Co, Don Quijote de la Mancha, Hija de Caban\u0303as y Carbajal, La Africana, La Flor de Cuba, La Vencedora und Pedro Murias, um nur einige zu nennen.<\/p>\n<h3>Das Ende der Tabacalera Cubana<\/h3>\n<p>Schon lange vor der Revolution vera\u0308nderte sich das Engagement der Amerikaner in Kuba. 1932 verlegten sie die Produktion einiger Marken nach Trenton, New Jersey. Sie hatten dort eigens eine Manufaktur errichten lassen, die in ihrer Ausstattung dem Palacio Aldama glich, der zweiten La Corona-Manufaktur in Havanna. Es war vor allem die Ho\u0308he der Einfuhrzo\u0308lle, die dieses Vorgehen vorantrieb: es war weitaus gu\u0308nstiger, kubanischen Tabak in die USA einzufu\u0308hren, als die fertig gerollten Zigarren.<\/p>\n<p>1960, nach dem Sieg der Revolution und dem Einmarsch der Truppen in Havanna, u\u0308bernahm der kubanische Staat die Fu\u0308hrung in der Zigarrenindustrie. Alle Fabriken wurden verstaatlicht. Die Marken, die in dieser Manufaktur hergestellt wurden, darunter auch La Corona, verloren in Kuba schnell ihre Bedeutung. Denn der Absatzmarkt USA brach spa\u0308testens 1962 mit dem Embargo komplett weg. Zigarren der Marke La Corona wurden wohl in ganz geringer Stu\u0308ckzahl noch bis in die 1970er-Jahre gefertigt, dann stellte man die Produktion ganz ein.<\/p>\n<h3>Der Eisenpalast heute<\/h3>\n<p>Im Jahr 2005, also etwa 100 Jahre nach der Erbauung, schlossen sich die Pforten der La Corona-Manufaktur im beru\u0308hmten Eisenpalast. Heute ist das Geba\u0308ude, das in seinen Ausma\u00dfen gigantisch ist, vollsta\u0308ndig entkernt. Ein blickdichter Bauzaun umschlie\u00dft das Erdgeschoss. Von unten schaut man ohne Mu\u0308he durch die Fenster der oberen Etagen. Die O\u0308ffnungen ermo\u0308glichen den Blick auf kahle Decken und Wa\u0308nde, die teilweise noch intakt sind, teilweise aber auch schon wieder Spuren des Verfalls aufweisen.<\/p>\n<p>Dieser Zustand ha\u0308lt sich nun schon einige Jahre. Immer wieder gehen Geru\u0308chte u\u0308ber die Zukunft des Geba\u0308udes um. Ein Hotel, wieder eine Manufaktur, gar ein Tabakmuseum waren im Gespra\u0308ch. Doch es bleibt abzuwarten, denn die no\u0308tigen Investitionen in dieses Geba\u0308ude wa\u0308ren sicher immens.<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Information:<\/h3>\n<p><strong>NAME DER MANUFAKTUR<\/strong><br \/>\nManufaktur La Corona, Palacio de Hierro<\/p>\n<p><strong>ERBAUER &amp; GRU\u0308NDER<\/strong><br \/>\nAmerican Tobacco Company<\/p>\n<p><strong>JAHR DER ERO\u0308FFNUNG<\/strong><br \/>\n1904<\/p>\n<p><strong>ADRESSE<\/strong><br \/>\nCalle Agramonte No. 106 (fru\u0308her No. 10)<\/p>\n<p><strong>LAGE<\/strong><br \/>\nVom Capitol etwa 5 Min. zu Fu\u00df entfernt<\/p>\n<p><strong>MARKEN<\/strong><br \/>\nLa Corona und 90 weitere Marken<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Herbst-Ausgabe 2013 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Herbst-Ausgabe 2013 \u2013 Nestor Plasencia Sr.\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/herbst-ausgabe-2013-nestor-plasencia-sr\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El panteo\u0301n, Ruhmeshalle oder Friedhof \u2013 je nach \u00dcbersetzung \u2013 nannten die Torcedores die Manufaktur La Corona in Havanna. 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Jahrhunderts den gigantischen Bau errichten, in dem viele verschiedene Marken gefertigt wurden.<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":1877,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,139,16,39],"tags":[120,310,307,309,308],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1070"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1070"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1070\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1877"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}