{"id":105,"date":"2013-07-15T15:05:35","date_gmt":"2013-07-15T13:05:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cigartrophy.com\/?p=105"},"modified":"2015-04-02T20:29:22","modified_gmt":"2015-04-02T18:29:22","slug":"meerapfel-tobacco-group-deckblaetter-kamerun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/meerapfel-tobacco-group-deckblaetter-kamerun\/","title":{"rendered":"Meerapfel Tobacco Group: Exzellente Deckbl\u00e4tter aus Kamerun"},"content":{"rendered":"<p>\u201eGibt es einen Tabak auf der Welt, der es mit diesem aufnehmen kann?\u201c Jeremiah Meerapfel h\u00e4lt mir mit leuchtenden Augen ein Bu\u0308ndel Kamerun-Deckbl\u00e4tter unter die Nase. Welch ein Bouquet an Aromen! Er schwenkt es wie ein Magier.<\/p>\n<p>\u201eFu\u0308hlen Sie selbst. Diese Wrapper sind fein wie Seide, strahlen etwas Feminines aus. Fu\u0308r mich sind sie einmalig mit ihren leicht su\u0308\u00dflichen Geschmacksnoten und dieser Farbe \u2013 wie die beste Schokolade. Das passt zur Provenienz Zentralafrika. Wir kultivieren dort Tabak unter Bedingungen, die nach hiesigen Ma\u00dfst\u00e4ben undenkbar sind. Ja, das h\u00f6llische Klima am \u00c4quator, die Stammesfehden und das st\u00e4ndige Ringen um Planungssicherheit. Aber kann man die erwarten in einem Land, wo Spiritualisten und Regenmacher das Sagen haben? Ich hatte in Kamerun Eins\u00e4tze, die mich fast das Leben gekostet h\u00e4tten.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_4767\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/meerapfel-tobacco-group-cameroon-wrappers-ancestors-pictures-wall.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4767\" class=\"size-medium wp-image-4767\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/meerapfel-tobacco-group-cameroon-wrappers-ancestors-pictures-wall-500x376.jpg\" alt=\"meerapfel tobacco group cameroon wrappers ancestors pictures wall\" width=\"260\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/meerapfel-tobacco-group-cameroon-wrappers-ancestors-pictures-wall-500x376.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/meerapfel-tobacco-group-cameroon-wrappers-ancestors-pictures-wall-770x579.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/meerapfel-tobacco-group-cameroon-wrappers-ancestors-pictures-wall-600x451.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/meerapfel-tobacco-group-cameroon-wrappers-ancestors-pictures-wall.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4767\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Jo L\u00fcders<\/p>\n<\/div>\n<p>Das kann ich zuerst kaum glauben, als mir Jeremiah Meerapfel im eleganten Gesch\u00e4ftsanzug gegenu\u0308ber sitzt und ganz nebenbei von einem schicken Event erz\u00e4hlt, zu dem er sp\u00e4ter im Herzen der prosperierenden EU-Hauptstadt erwartet wird. Der 35-j\u00e4hrige Co-Chairman von M. Meerapfel &amp; S\u00f6hne Belgium S.A. blickt auf die Ahnengalerie des 137 Jahre alten Familienunternehmens.<\/p>\n<p>Die deutschst\u00e4mmige ju\u0308dische Familie war an allen wichtigen Schaupl\u00e4tzen des Tabakgesch\u00e4fts pr\u00e4sent, in Indonesien, Mittelamerika, den USA sowie in Kuba. Genu\u0308sslich zieht Jeremiah an seiner Arturo Fuente Don Carlos No. 2. Natu\u0308rlich ist sie von einem Deckblatt aus Kamerun umhu\u0308llt. \u201eFu\u0308r diese Linie stammen viele Deckbl\u00e4tter aus dem Jahr 1984; das sind wohl die \u00e4ltesten Deckbl\u00e4tter, die jemals fu\u0308r eine kontinuierlich produzierte Zigarrenserie weltweit verwendet wurden. Wir sind absolute Exoten in der Branche. Mit unseren Kamerun-Tabaken haben wir im Premiumsektor einen Marktanteil von etwa drei Prozent.\u201c<\/p>\n<h3>Rick Meerapfel \u2013 Afrika-Pionier der Familie<\/h3>\n<p>Es ist fru\u0308h am Abend und Jeremiah freut sich, als doch noch sein Bruder und Co-Chairman Joshua von Miami eintrifft \u2013 die beiden teilen sich gleicherma\u00dfen die Veranwortung innerhalb des Unternehmens. Joshua konzentriert sich derzeit auf administrative Aufgaben, kennt aber auch das Tabakgesch\u00e4ft in Kamerun wie seine eigene Westentasche. Bereits im Alter von 15 Jahren reiste Joshua in das zentralafrikanische Land und sp\u00e4ter war er es, der dort die monatlichen Inspektionen durchfu\u0308hrte.<\/p>\n<p>Der 33-J\u00e4hrige, ein Kosmopolit wie sein \u00e4lterer Bruder, tr\u00e4gt stets ein smartes L\u00e4cheln im Gesicht und ist auf mehreren Kontinenten im Business-Takt unterwegs. Aber was macht wirklich das Charisma der Gebru\u0308der Meerapfel aus, den Nachfolgern einer stolzen Dynastie von Tabakpionieren? Ja, aus Joshuas wie Jeremiahs Augen blitzt ein geradezu unwiderstehliches \u201eAbenteuer-Gen\u201c. Kein Wunder, mit ihrer so unglaublichen wie spannenden \u201eMission Possible\u201c im tiefsten Inneren Afrikas. Nach dem Tod ihres Vaters Rick, dem Pionier des Familienunternehmens in Afrika, machten sie aus dessen Verm\u00e4chtnis allen Widerst\u00e4nden zum Trotz weiter eine Erfolgsstory.<\/p>\n<div id=\"attachment_4768\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-portrait-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4768\" class=\"size-medium wp-image-4768\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-portrait-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium-500x375.jpg\" alt=\"joshua meerapfel portrait maier meerapfel soehne sa mms belgium\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-portrait-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-portrait-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-portrait-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-portrait-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4768\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Jo L\u00fcders<\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Richard Meerapfel<\/strong> (1951\u20132003), ein legend\u00e4rer \u201eWundermacher\u201c in der Zigarrenwelt, avancierte zum weltweiten Hauptanbieter der raren Kamerun-Deckbl\u00e4tter. Nur eine Handvoll der renommiertesten Produzenten kleiden damit ihre Premiumzigarren ein, wie Arturo Fuente seine exquisite Serie Don Carlos sowie die Ashton Heritage Puro Sol, die Part\u00e1gas-Linie von General Cigar, aber auch eine Serie von Aurora, der \u00e4ltesten Zigarrenfabrik der Dominikanischen Republik.<\/p>\n<p>Der Name Meerapfel ist in der Tabakwelt ein tradierter Qualit\u00e4tsbegriff. Dahinter stehen heute drei Unternehmen. So hat sich die Maier, Meerapfel S\u00f6hne Belgium S.A. (MMS) auf die exklusive Distribution von Premiumzigarren spezialisiert: Padr\u00f3n aus Nicaragua sowie Arturo Fuente aus der Dominikanischen Republik. \u201eIn unseren H\u00e4nden liegt die Verantwortung fu\u0308r die Vermarktung der Starmarke Arturo Fuente in allen L\u00e4ndern ausgenommen den USA\u201c, informiert Jeremiah, der Wirtschaft in London studiert hat. \u201eDa spielen natu\u0308rlich die engen freundschaftlichen Beziehungen mit hinein, die unsere Familie mit der von Carlos Fuente verbinden. Als mein Vater Rick in Miami im Tabakhandel t\u00e4tig war, traf er Carlos Junior.<\/p>\n<p>Es war mein Vater, der gemeinsam mit ihm den ersten Blend seiner au\u00dfergew\u00f6hnlichen Serie Arturo Fuente Don Carlos machte. Mein Vater wie auch Carlos Fuente wollten stets die beste Qualit\u00e4t erreichen, aber strebten nicht danach, die quantitativ Gr\u00f6\u00dften der Branche zu werden. So teilten beide eine Philosophie und wurden Freunde fu\u0308rs Leben. Sie lernten sich zu der Zeit kennen, als Carlos Junior die Tabacalera A. Fuente in der Dominikanischen Republik etablierte. Ich machte dort w\u00e4hrend der Schulferien meine ersten Praktika.\u201c<\/p>\n<p>Joshua erz\u00e4hlt daraufhin begeistert, wie er auf den Tabakfeldern und in den Fabriken von Padr\u00f3n in Nicaragua bei einem l\u00e4ngeren Aufenthalt einen weiteren entscheidenden Zugang zum \u201ebraunen Gold\u201c fand. \u201eUnsere Familien sind eng befreundet.\u201c \u00dcberaus optimistisch blickt er auf den europ\u00e4ischen Markt: \u201eWir arbeiten sehr erfolgreich mit all unseren Vertriebsh\u00e4ndlern zusammen und konnten fu\u0308r die Arturo-Fuente- und Padr\u00f3n-Serien sogar die Preise senken.\u201c<\/p>\n<h3>Mission hinter Tabakbusiness: \u201eHilfe zur Selbsthilfe f\u00fcr Afrika\u201c<\/h3>\n<p>Die Meerapfel Tobacco Trading Company ist im Interview kein Thema. Wir konzentrieren uns auf das weltweit einmalige Engagement der Gebru\u0308der Meerapfel rund um die Cameroon Wrapper Growing Companies. Die sind mit rund 3000 Farmerfamilien auf etwa 3000 Feldern (eine Familie besteht im Schnitt aus zehn Personen). In den Zentren sind 3000 Menschen das ganze Jahr u\u0308ber besch\u00e4ftigt. Dies macht die Comapnies zu einem wichtigen Arbeitgeber des zentralafrikanischen Landes. Die Geh\u00e4lter sind fu\u0308r die Region u\u0308berdurchschnittlich hoch. Angesichts gro\u00dfer Familienverb\u00e4nde profitieren so im armen Osten von Kamerun mehr als 100.000 Menschen vom Geldfluss aus Europa: \u201eGenauso der Kleinbauer wie der lokale Bu\u0308rgermeister\u201c, unterstreicht Joshua.<\/p>\n<div id=\"attachment_4770\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/jeremiah-meerapfel-tobacco-group-mms-belgium-cameroon-wrapper.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4770\" class=\"size-medium wp-image-4770\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/jeremiah-meerapfel-tobacco-group-mms-belgium-cameroon-wrapper-500x375.jpg\" alt=\"jeremiah meerapfel tobacco group mms belgium cameroon wrapper\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/jeremiah-meerapfel-tobacco-group-mms-belgium-cameroon-wrapper-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/jeremiah-meerapfel-tobacco-group-mms-belgium-cameroon-wrapper-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/jeremiah-meerapfel-tobacco-group-mms-belgium-cameroon-wrapper-600x451.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/jeremiah-meerapfel-tobacco-group-mms-belgium-cameroon-wrapper.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4770\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Jo L\u00fcders<\/p>\n<\/div>\n<p>Deutsche Kolonialherren brachten den ersten Tabak nach Kamerun. Es war der recht milde und dennoch wu\u0308rzige Sumatra. Sp\u00e4ter, unter franz\u00f6sischem Mandat, sei die Tabakanbaukultur vernachl\u00e4ssigt worden. \u201eHeller, mein Gro\u00dfvater, reiste 1963 erstmals nach Afrika. Aber mein Vater Rick war es, der die Kamerun-Deckbl\u00e4tter Anfang der 1990er-Jahre vor ihrem Aussterben bewahrte. Er hatte auch eine soziale Mission, die wir bis heute fortfu\u0308hren: Den Afrikanern Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, das war sein Motto.\u201c<\/p>\n<p>Joshua Meerapfel fliegt heute meist einmal im Monat von Bru\u0308ssel aus nach Kamerun. \u201eDort fahre ich elf Stunden mit dem Jeep u\u0308ber gef\u00e4hrliche Pisten und muss Flu\u0308sse abenteuerlich u\u0308berqueren. Ein Helikopterflug u\u0308ber den Regenwald, den zweitgr\u00f6\u00dften der Welt, ist ausgeschlossen. Von den Pflanzerfamilien trennt mich dann noch ein l\u00e4ngerer Fu\u00dfmarsch durch den Dschungel. Die Natur ist umwerfend mit den vielen vulkanischen Bergkegeln am Horizont. Wir haben etwa 3000 Parzellen mit Tabakanbau in der sehr armen Region Batouri, Provinz Kad\u00e9i sowie in Berberati. Das ist in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik.\u201c<\/p>\n<h3>Riesige Deckbl\u00e4tter von Kleinbauern in Batouri<\/h3>\n<p>Wenn Joshua an die Deckbl\u00e4tter von Batouri denkt, fangen seine Augen wieder an zu leuchten: \u201eUnsere Kleinbauern haben riesige Tabakpflanzen, meist auf kleinen Parzellen von h\u00f6chstens einem halben Hektar. Die Bl\u00e4tter sind so gro\u00df, dass sie als Wrapper fu\u0308r die allergr\u00f6\u00dften Premiumzigarrenformate hergenommen werden k\u00f6nnen. Es ist ein extrem feiner Tabak. Wir selektionieren jedes Jahr die Samen der widerstandsf\u00e4higsten Pflanzen. So kommen wir in einem natu\u0308rlichen Ausleseverfahren zu immer noch besseren Ernten.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_4772\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/che-guevara-minister-of-industries-heller-meerapfel-in-cuba-signing-contract.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4772\" class=\"size-medium wp-image-4772\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/che-guevara-minister-of-industries-heller-meerapfel-in-cuba-signing-contract-500x375.jpg\" alt=\"che guevara minister of industries heller meerapfel in cuba signing contract\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/che-guevara-minister-of-industries-heller-meerapfel-in-cuba-signing-contract-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/che-guevara-minister-of-industries-heller-meerapfel-in-cuba-signing-contract-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/che-guevara-minister-of-industries-heller-meerapfel-in-cuba-signing-contract-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/che-guevara-minister-of-industries-heller-meerapfel-in-cuba-signing-contract.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4772\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Jo L\u00fcders<\/p>\n<\/div>\n<p>Doch von einer funktionierenden Infrastruktur k\u00f6nne man in Batouri nicht reden: \u201eElektrizit\u00e4t gibt es meist nicht und das \u00d6l, von dem wir abh\u00e4ngen, ist so teuer wie in Europa. Bew\u00e4sserungssysteme sind zudem ein frommer Wunsch; in langen Trockenzeiten haben wir das Nachsehen. Ja, und auf ku\u0308nstlichen Du\u0308nger verzichten wir ganz. Wir nutzen das gleiche Land nie zweimal, unsere Kleinbauern wandern mit den Erntezyklen weiter.\u201c Der Tabak ist Sun Grown, denn der u\u0308ber dem \u00c4quator meist mit Wolken verhangene Himmel ist quasi ein natu\u0308rlicher Sonnenschutzfilter: \u201eWir brauchen keine Tapados wie in anderen Tabakprovenienzen.\u201c<\/p>\n<p>Ein Dauerproblem sind st\u00e4ndig schwelende Konflikte der allein 40 verschiedenen Volksgruppen in den Tabakanbaugebieten: \u201eSie k\u00f6nnen sich untereinander nicht einigen, auch nicht bei der Landnutzung. Deswegen haben wir nur kleine Parzellen. Zudem ist der Arbeitsmarkt seit drei Jahren schwierig. Sobald der Lockruf von der Entdeckung einer neuen Goldader oder Diamantenmine ert\u00f6nt, ziehen viele Arbeiter einfach weiter. Verstehen Sie jetzt, warum unsere Deckbl\u00e4tter so rar wie teuer sind\u201c, sagt Jeremiah.<\/p>\n<p>\u201eIn manchen Jahren verdienen wir sehr viel Geld, das wir dann in anderen Jahren wieder verlieren. Aber was bleibt, ist unsere Passion fu\u0308r Afrikas Tabak. Der bestimmt den Geschmack einiger der exquisitesten Zigarren der Welt wesentlich mit \u2013 fu\u0308r mich beeinflussen Deckbl\u00e4tter das Endaroma zu 60 bis 70 Prozent\u201c, unterstreicht Joshua Meerapfel. \u201eDa denke ich auch an die Hemingway-Serie von Arturo Fuente und an meinen Gro\u00dfvater.\u201c<\/p>\n<h3>Heller Meerapfel brachte Hemingways Manuskripte von Kuba in die USA<\/h3>\n<p>Jeremiah zeigt auf ein historisches Foto, auf dem <strong>Heller Meerapfel<\/strong> (1921\u20132011) an der Seite des kubanischen Revolution\u00e4rs Che Guevara zu sehen ist: \u201eEr traf ihn 1959 in Havanna, als er Industrieminister war. Seinen besten Verbindungen zu Che ist es zu verdanken, dass die Manuskripte Hemingways (1899\u20131961), der jahrelang auf Kuba lebte, sp\u00e4ter an die Universit\u00e4t Princeton\/New Jersey kamen. Seine Frau Margaux Hemingway bat ihn pers\u00f6nlich, das in die Wege zu leiten, und Heller schaffte es.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_4774\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-inspecting-wrapper-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4774\" class=\"size-medium wp-image-4774\" src=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-inspecting-wrapper-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium-500x375.jpg\" alt=\"joshua meerapfel inspecting wrapper maier meerapfel soehne sa mms belgium\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-inspecting-wrapper-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium-500x375.jpg 500w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-inspecting-wrapper-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium-770x578.jpg 770w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-inspecting-wrapper-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium-600x451.jpg 600w, https:\/\/www.cigarjournal.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/joshua-meerapfel-inspecting-wrapper-maier-meerapfel-soehne-sa-mms-belgium.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-4774\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Jo L\u00fcders<\/p>\n<\/div>\n<p>Dann holt Jeremiah weiter aus und erz\u00e4hlt noch mehr aus der Firmenhistorie: \u201eDa schauen Sie, unsere Ahnenreihe mit den alten Fotos. Mit Maier Meerapfel (1847\u20131927), dem Gentleman mit dem langen wei\u00dfen Bart im Stil von Karl Marx, da fing die Geschichte unseres Unternehmens an, anno 1876 in Untergrombach bei Karlsruhe, wo meine Familie ihre Wurzeln hat. Wir haben dort in Su\u0308ddeutschland bis heute ein Bu\u0308ro.\u201c<\/p>\n<p>Maier Meerapfel versorgte deutsche Minenarbeiter mit Kautabak, denn Rauchen unter Tage war strikt verboten. Anno 1900 startete er das \u00dcberseegesch\u00e4ft im Dienste boomender Zigarrenfabriken. Die Firma Maier Meerapfel &amp; S\u00f6hne brachte es bis 1933 zum wichtigsten Importeur in Deutschland fu\u0308r Deckbl\u00e4tter aus Java und Sumatra. In der Nazi-Zeit wurde ihr Besitz konfisziert. Die Familie wanderte u\u0308ber Amsterdam in die USA aus. Ernest Meerapfel (1885\u20131964) baute dann von New York aus ein Tabakbusiness auf, das sp\u00e4ter in Miami weitergefu\u0308hrt wurde \u2013 auch mit der Kultivierung von Deckbl\u00e4ttern in Florida. \u201eAufgrund dieser alten US-Beziehungen lernte ich schon als Jugendlicher die Plantagen von General Cigar in Connecticut kennen\u201c, sagt Jeremiah.<\/p>\n<h3>Export-Champion<\/h3>\n<p>Dann erz\u00e4hlt der dynamische junge Chef von Maier, Meerapfel &amp; S\u00f6hne von einem unglaublichen Coup seines Gro\u00dfvaters, den der gleich nach dem Sieg der kubanischen Revolution einf\u00e4delte: \u201eHeller kaufte sagenhafte 160.000 Ballen mit besten Tabakbl\u00e4ttern ein. Die exportierte er nach Europa und auch so lange in die USA, bis ihm das Embargo 1962 einen Strich durch die Rechnung machte. Er ging als Export-Champion von Havannatabak in die Geschichte ein.\u201c<\/p>\n<p>Mit Blick auf ein historisches \u00d6lgem\u00e4lde von Alt-Havanna, Kuba, schmunzelt Joshua Meerapfel und erz\u00e4hlt eine weitere spannende Anekdote aus der Familiensaga: \u201eMein Vater Rick verbrachte aufgrund Hellers exzellenter Beziehungen 1981 fast ein Jahr in Pinar del Rio, um seine Kenntnisse zu erweitern. Nach drei Wochen dort flog er stets fu\u0308r einen Besuch zu seiner Familie nach Miami. Dafu\u0308r bekam er eine spezielle Transporterlaubnis. Rick war der erste Amerikaner, der nach der Revolution im Tabakparadies Vuelta Abajo Einzug hielt. Zwischen 1982 und 1985 kaufte er dort das \u201abraune Gold\u2018 und exportierte es nach Europa. Ich habe immer noch einen Satz von ihm im Ohr: \u201aNiemand wei\u00df besser mit Tabak umzugehen als die Kubaner.\u2018 Sein Kompliment kam sp\u00e4ter an uns zuru\u0308ck. So erz\u00e4hlte mir ein Bekannter, dass ein beru\u0308hmter Veguero bei San Luis u\u0308ber unsere Familie gesagt habe: ,Den Meerapfels eilt ganz zu recht der Ruf voraus, stets die besten Deckbl\u00e4tter auszuw\u00e4hlen und dafu\u0308r auch einen entsprechend hohen Preis zu bezahlen.\u2018 Diese Worte haben mich zutiefst beru\u0308hrt und auch mit motiviert, weiter in das h\u00f6llische ,Deckblatt-Paradies\u2018 von Afrika zu fliegen \u2026\u201c<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Information:<\/h3>\n<p>M. Meerapfel S\u00f6hne Belgium S.A.<br \/>\n<a title=\"M. Meerapfel S\u00f6hne Belgium S.A.\" href=\"http:\/\/www.mms.be\" target=\"_blank\">www.mms.be<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Artikel wurde in der Cigar Journal Sommer-Ausgabe 2013 ver\u00f6ffentlicht. <a title=\"Sommer-Ausgabe 2013 \u2013 A. J.  Fernandez\" href=\"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/vergangene-ausgaben\/sommer-ausgabe-2013-aj-fernandez\/\">Mehr<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind echte Enthusiasten und gro\u00dfe Abenteurer. Mitten im Dschungel Zentralafrikas bauen die Gebru\u0308der Meerapfel Tabak fu\u0308r Premium-Deckbl\u00e4tter an.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":4766,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_mi_skip_tracking":false},"categories":[25,61,13,39,15],"tags":[1072,1074,1073,1071],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4766"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cigarjournal.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}