• en
  • de
blank

Wie der Tabak den Wohnraum erobert

blankAlles beginnt mit einer Zigarre. Egal, wie lange man dem Genuss des gerollten Tabaks schon frönt, letztendlich läuft alles auf eine bestimmte Zigarre hinaus. Es gibt wohl keinen Zigarrenraucher, bei dem diese eine Zigarre nicht nach und nach einiges verändert hat. Auch wenn der Prozess schleichend beginnt, im Endeffekt wird aus dem kleinen Humidor für zehn Zigarren, einem Cutter und den Feuerzeugen eine Sammlung, ein Sammelsurium und schließlich ein ganz eigener Lifestyle, der den Passionado vom einfachen Raucher unterscheidet. Hierbei handelt es sich nicht zwangsläufig um holzvertäfelte Wände, großzügige Bibliotheken und Whiskybars in gemauerten Gewölben im Souterrain eines schottischen Herrenhauses, denn der Zigarrenlifestyle erobert auch die kleinste Hütte. Je länger man Zigarren genießt, umso schneller wird man mit einem seltenen Phänomen konfrontiert: Humidore schrumpfen mit der Zeit! Nein, damit ist nicht gemeint, dass diese tatsächlich kleiner werden, sondern dass man nach einiger Zeit einfach mehr Platz benötigt, da die Sammlung in Relation zum eigenen Geschmacksspektrum wächst. Nun gibt es die Möglichkeit, sich direkt einen ausreichend großen Humidorschrank zuzulegen, jedoch kann dies mitunter das eigene Budget schnell sprengen. Im Folgenden finden Sie ein paar Anregungen, wie man hier kostengünstig mehr Platz schafft für die gerollten Köstlichkeiten.

Möbel aus Paletten oder Sperrholz liegen voll im Trend, egal, ob als Gartenmöbel oder direkt im Wohnzimmer. Vor allem der Zwischenraum zwischen den einzelnenblank Latten kann genutzt werden. Die abgebildete Konstruktion besteht im Wesentlichen aus vier Euro-Paletten, einem Teppichstück als Unterlage und einer Matratze samt Auflage. Die Zwischenräume bieten den perfekten Platz für Bücher, Zeitschriften und eben auch für einen oder mehrere Humidore. Die Höhe liegt bei etwa 20 Zentimetern und somit passen fast sämtliche Zigarrenaufbewahrungsmöglichkeiten für 15 bis 20 Zigarren beinah passgenau. Wenn man nicht genügend Wohnraum zur Verfügung hat, um schöne Tisch- oder Schrankhumidore unterzubringen, ist diese Lösung eine wirklich gute Alternative. Das Palettensofa ist im übrigen – wir haben es selbst getestet – sehr bequem und lädt besonders dazu ein, ganz entspannt eine Zigarre zu genießen. Ein bekannter schwedischer Möbelhersteller hat die Welt der Einrichtung mit einem ganz berühmten und vor allem simplen Bücherregal revolutioniert. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis man einen Zigarrenschrank mit Bücherregal im Selbstbau kombiniert. Auf einschlägigen Secondhand-Plattformen finden sich diverse kleine Schränkchen, die sich in Bücherregale einpassen lassen. Im konkreten Fall wurden diese Kunststoffschränkchen innen mit Zedernholz aus Partagas-Zigarrenkisten ausgekleidet und mit einer LED-Lichterkette aus dem Baumarkt für ein paar Euro verziert. Diese praktische Konstruktion bietet genügend Platz, um ganze Kisten zu verstauen. Außerdem kann man den Stauraum beliebig auf das gesamte Bücherregal erweitern. Bücher und Zigarren sind von jeher gut miteinander zu verbinden, so wundert es nicht, dass sich auch Zigarrenkisten im Bücherdesign finden lassen. Ein besonders gelungenes Beispiel sind die Kisten von De los Reyes aus der Saga-Reihe. Diese Kisten eignen sich besonders für die Aufbewahrung von Accessoires wie Cutter, Feuerzeuge oder Streichhölzer. Ebenfalls eine sehr platzsparende Lösung. Die Zigarren sind wohlgemerkt ebenfalls zu empfehlen.

blankEin Couchtisch kann auch einiges an Stauraum bieten. Vor allem für Aufbewahrungsboxen, die sich luftdicht verschließen lassen. Diese eigenen sich zur Langzeitlagerung von Zigarrenkisten. Der abgebildete Tisch besteht aus einem Stahlrahmen mit einer Marmorplatte als Auflage, dazwischen wurden zwei Stoffstücke angebracht, um die nicht unbedingt schmucken Boxen zu verdecken, die in etwa Platz für zehn Zigarrenkisten bieten und im Baumarkt für wenig Geld zu erhalten sind. Befeuchtet wird im konkreten Fall mit Boveda. Es sind nicht nur die Zigarren, die Connaisseure schätzen. Auch die mitunter prachtvoll verzierten Kisten finden bei Liebhabern regen Zuspruch. Es ist also nicht verwunderlich, dass es dem Genießer manchmal schwer fällt, sich von diesen zu trennen. Zigarrenschachteln eigenen sich zum Beispiel als Geschenkverpackung oder Aufbewahrungsmöglichkeit besonders ausgefallener Anillas. Neben dem bereits vorgestellten Palettensofa befindet sich eine Lampe, deren Sockel aus Zigarrenkisten gefertigt wurde. Die Kisten wurden aneinander geschraubt, eine Lochbohrung sorgt als Kabelschacht. Der rote Lampenschirm sorgt für gedimmtes Licht und entspannte Atmosphäre. Wie man sieht, ist Genuss nie eine Frage des Budgets, sondern lediglich eine Herausforderung an die eigene Kreativität. Es ist wunderbar zu beobachten, wie wir unser Leben an den Genuss anpassen, um uns im Alltag ganz besondere Momente zu schaffen. Momente, die uns zeigen, welche Geschenke das Leben zu bieten hat. Es ist eine Reise, die niemals endet. Und das ist etwas Wunderbares.

blank

Klaus Hruby learned his trade as a journalist at a young age and published articles in various media such as Die Zeit, Der Falter, as well as in renowned literature competitions in German-speaking countries. His love for cigars was ignited during his apprenticeship; his great-grandfather still owned a tobacco field. Klaus Hruby has been writing Austria’s biggest cigar blog, www.derblauedunst.com, since 2014.


Newsletter

    Top