Schmuck-Kästchen im Skiort: Premiere für Meerapfel Meir

In Leogang wurde mit einem ersten Smoke der zweite Masterblend der für „UberLuxury“ stehenden Meerapfel-Linie vorgestellt. Die Zigarre Meir feiert in handwerklicher Manier die Legende des Kamerun-Deckblatts.

Die Glocke lautet der Name der Cocktailbar im 5 Stern-Hotel Krallerhof. Und auch, wenn die reale Glocke in der Lobby stumm blieb, läutete man im Salzburger Skiort eine neue Ära ein. Meir, der zweite Masterblend – Deckblatt immer aus Kamerun, „Innenleben“ der Zigarre: geheim – feierte in der Lounge der Familie Altenberger Österreich-Premiere.

Meerapfels Vice President Reinhard Pohorec und Österreich-Importeur Johann Gallée (Dios Tabaco) begrüßten die handverlesene Genießer-Gruppe, die zugleich auch die neuen Cocktails der Saison 2022/2023 verkosteten. Das multisensorisches Erleben endete aber nicht beim Getränkepairing; zur Zigarre gibt es eine eigene Spotify-Playlist, die den Genuss erhöhen soll.

Doch zuvor eröffnete „Reini“ Pohorec den Abend mit einer Einführung in die Geschichte der im 19. Jahrhundert im deutschen Unterkrombach auch als Zigarrenerzeuger tätigen Tabakhändler-Familie. Die Flucht in die USA in den 1930ern, die folgenden Kontakte in Kuba, die im großen Rohtabak-Export mündete, und die Rettung des Anbaus in Kamerun waren die Stationen einer „first family of Tobacco“.

Den prägenden Figuren, darunter Richard, Vater des aktuellen Firmenchefs Jeremiah Meerapfel, sind die ersten eigenen Zigarren unter dem Meerapfel-Signet auch gewidmet. Richard eröffnete die Serie der als „UberLuxury“ vermarkteten Zigarren, mit Meir erlebte die zweite Linie nun die Austro-Premiere.
Verfügbar sollen für die vier Masterblends (Ernst und Heller folgen 2023) jeweils sieben Formate – von Lonsdale über Piramide und Lancero bis zur Double Robusto – sein. Mit der Limitierung auf jeweils 613 Kisten pro Jahr und einem Netz von 100 Partnern weltweit soll sichergestellt sein, dass Meerapfel etwas Besonderes bleibt. Das unterstreicht auch die Optik, „allein am Ring wurde zwei Jahre getüftelt“, so Pohorec. Gelaserte Optik in Gold und Silber, die einen fast holographischen Effekt erzeugt, ist das schmucke Ergebnis.
Dass man sich für unlackiertes (!) Paulownia-Holz für die Kisten entschieden hat, setzt auch ein nachhaltiges Statement: Paulownia wächst extrem schnell nach und ist eine leichte Holzart, die auch im Transport Kohlendioxid spart. Spannend auch für Sammler: In jeder Kiste wird in einem Comic eine Episode der Meerapfel-Saga erzählt. Eine humorvolle Hommage an die „ligne claire“-Comictradition von Jeremiah Meerapfels belgischer Heimat.

Und so schmeckte die Meir (im alten kubanischen Format 4 7/8 x 50):
Die Robusto zeigt bereits in der Kaltphase eine zarte Süße (Anklang von Gewürzschokolade) im Duft. Schnell entwickeln sich intensive Eindrücke, die aus dem angenehm-holzigen Beginn Noten wie Pekan-Nuss, Anis-Samen und feine, fast prickelnde Würzetöne hervorbringen. Die feine Salzigkeit, die immer wieder zwischendurch hervorblitzt, trägt zum anhaltenden Vergnügen mit dieser – nebenbei sehr regelmäßig und elfenbein-farben abbrennenden – Vitola bei.

Infos:
meerapfel.com
krallerhof.com

Roland Graf schreibt als Getränke-Journalist für Magazine und Online-Medien des deutschen Sprachraums. Seine Beiträge zur Sensorik und Geschichte von Alkoholika erscheinen in Magazinen wie „A la Carte“, „BEEF!“ oder „Mixology“. Für das Cigar Journal organisiert er Verkostungen und dokumentiert die genussreichsten Pairings von Zigarren und Getränken.


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