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joerg seifert cigar box art

Jörg Seiferts Kunst aus Zigarrenkisten

Für den Künstler Jörg Seifert beginnt eine Zigarrenkiste erst dann interessant zu werden, wenn für uns Zigarrenraucher der Spaß vorbei ist. Er füllt die gähnende Leere der Kistchen mit neuem Leben. Bereits hunderte Boxen verzauberte der Künstler zu kleinen Theaterbühnen.

 

Der gelernte Bühnenbildner Seifert legt viel Ironie, Witz, Poesie und oft auch Schärfe in seine Kunstwerke. Er setzt Alltagsgegenstände wie alte Messer, Pinsel, Kämme, Gabeln, Weihnachtdekoration, Überraschungseierfiguren und immer wieder Spielzeugteile in Szene.

Selten jedoch wirken seine kleinen Welten idyllisch oder gar lieblich. Die surrealen Szenerien seiner Boxen regen eher zum Nachdenken an, sei es durch die Kombination oder die Ausschnitte der Gegenstände oder aber durch kleine verbale Ergänzungen innerhalb der Box wie etwa „Kopf oder Zahlen“, „Lob für gute Arbeit“ oder „Wir könne auch anders!“

Viele Kistchen können keinen Titel ihr Eigen nennen, andere wiederum, mit Werktitel, zaubern dem Betrachter durch die Kombination von Wortwitz und Dargestelltem ein Grinsen ins Gesicht.

Verbindendes Element der Gegenstände in den Boxen ist die Malerei: Der Künstler arbeitet mit expressivem Pinselstrich und meist kräftigen Farben. Jörg Seiferts Kunst findet – neben den Boxen – auch Ausdruck in Malerei, Grafik und Plastiken.

Seit 2006 ist der gebürtige Annaberger freischaffender Künstler, nachdem er in den 90ern an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden Bühnenbild studierte. Parallel dazu leitet er den Kunstkeller in Annaberg.

Eine Auswahl von etwa 90 Exemplaren der Boxenkunstwerke kann man im Buch „Boxen – Finest Selection 1993-2013“ betrachten. Das Buch kostet EUR 16,– und wird über den Künstler direkt zugeschickt. Die Kistchen selbst kosten zwischen EUR 150,– und EUR 250,–.

Information:

Jörg Seifert
T +49 (0) 3733 42001
www.kunstkeller-annaberg.de

 

Dieser Artikel wurde im Country Report Deutschland 2014 veröffentlicht. Mehr

Katja Gnann

Bei einer regionalen Tageszeitung erlernte sie das journalistische Handwerk von der Pieke auf und erstellte dort langjährig redaktionelle Beiträge. Durch die Mitarbeit bei der Zeitschrift „Der Spiegel“ in Rom bekam sie die Chance, ihre Kenntnisse im Medienbereich zu professionalisieren. Katja Gnann studierte Kunstgeschichte und Romanistik in Heidelberg, Palermo und Rom und verbrachte im Zuge des Studiums viele Jahre in Italien. Das Land war ihr Lehrmeister in Sachen Genuss und Lebensstil. Seit 2004 arbeitet sie für das Cigar Journal, seit 2010 als Chefredakteurin.


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